Zur Steilmann-Holding gehören etwa die Adler-Modemärkte.

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13.10.15
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Steilmann-IPO kommt schon Ende Oktober

Der Textilkonzern Steilmann eilt an die Börse. Am 27. Oktober soll der erste Handelstag für die Papiere sein. Mit einer breiten Preisspanne bereitet sich Steilmann schon jetzt auf Gegenwind vor.

Dass der neue CFO Jens Brüggemann den Modekonzern Steilmann an die Börse führen wird, war schon Ende September bekannt geworden. Jetzt hat Steilmann erklärt, dass der Angebotszeitraum heute beginnt. Am 22. Oktober soll er enden, so dass der erste Handelstag am regulierten Markt der Frankfurter Börse der 27. Oktober wäre.

Die Preisspanne ist mit 3,50 bis 5 Euro pro Aktie sehr breit. Offenbar bereitet sich Steilmann auf diese Art auf Rückschläge im Bookbuilding-Verfahren vor. Das würde insofern nicht überraschend, als die Textilbranche zur Zeit durch Turbulenzen geht, die auch die Bewertung der Steilmann-Aktie kaum unberührt lassen dürften. 

Verkauft Steilmann Aktien nach Frankreich und Italien?

Die Banken, die den Börsengang begleiten, lassen vermuten, wie Steilmann dieser Malaise zu begegnen gedenkt: Die deutsch-französische Oddo Seydler Bank führt die Transaktion, die italienische Banca IMI ist Joint Bookrunner. Das legt nahe, dass ein Großteil der Emission per Privatplatzierung nicht in Deutschland, sondern in Frankreich und Italien auf den Markt gebracht wird.

Auch die Pressemitteilung zum Börsengang legt diese Lesart nahe: Es handle sich um ein „öffentliches Angebot von Aktien in Deutschland und Luxemburg sowie Privatplatzierungen in bestimmten Ländern außerhalb von Deutschland und Luxemburg sowie der USA“.

Steilmann-Eigentümerfamilien behalten das Sagen

Steilmann will mindestens 17 Millionen Aktien neu ausgeben, dazu bis zu 2,55 Millionen im Rahmen einer möglichen Mehrzuteilung, dem so genannten Greenshoe. Begibt Steilmann die Aktien zum Mittelwert der Preisspanne, spielt das Unternehmen damit 66 Millionen Euro ohne Mehrzuteilung und 75,8 Millionen Euro mit Mehrzuteilung ein. Steilmann bringt rund 49 Prozent der Aktien an die Börse, etwas mehr als die Hälfte bleibt bei den Eigentümerfamilien.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de