Warburg Pincus will wieder in Deutschland Fuß fassen. Diesmal hat sich der Finanzinvestor den Standort Berlin ausgeguckt.

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02.10.19
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Warburg Pincus legt Fokus wieder stärker auf Deutschland

Warburg Pincus hat wieder ein eigenes Büro in Deutschland. Für den US-Finanzinvestor ist es der dritte Anlauf für einen Standort auf dem deutschen Markt.

Warburg Pincus pirscht in Deutschland vor: Der US-Finanzinvestor ist hierzulande wieder mit einem eigenen Deutschlandbüro vertreten. Wie Deutschlandchef René Obermann jetzt der F.A.Z. mitteilte, hat der Private-Equity-Investor bereits im Juni dieses Jahres ein Büro in Berlin eröffnet. Öffentlich kommuniziert hatte der Private-Equity-Investor seine Rückkehr bislang nicht.

Warburg Pincus wagt dritten Anlauf

Für den Finanzinvestor ist das nun der dritte Anlauf, einen eigenen Standort in der Bundesrepublik zu etablieren: Im ersten Anlauf wagte sich Warburg Pincus in München auf den deutschen Markt, weil die Investitionen ausblieben, schloss die Niederlassung jedoch im Jahr 2004. Nur ein Jahr später folgte der Neustart – diesmal in Frankfurt. Zehn Jahre lang tätigte Warburg Pincus vom Main aus seine Deutschland-Investments. Lars Singbartl, damaliger Leiter des Frankfurter Standorts, verantwortete in dieser Zeit beispielsweise die deutschen Tech-Portfoliounternehmen Easycash und Kontron.

Im Sommer 2014 trat Warburg Pincus dann erneut den Rückzug an, die Niederlassung in Frankfurt wurde geschlossen. Seitdem wurden die Investments in Deutschland von London aus getätigt und betreut. Bereits 2015 hatte Warburg Pincus den früheren Telekom-Manager und heutigen Deutschlandchef René Obermann angeheuert, um das Deutschlandgeschäft zu forcieren. Er arbeitete zunächst von London aus und leitet nun den Berliner Standort.

Warburg Pincus startet mit Viererteam in Berlin

Nach München und Frankfurt soll nun der Standort Berlin den US-Amerikanern den gewünschten Erfolg bringen. Die Wahl ist ungewöhnlich – die meisten Private-Equity-Investoren sitzen in München oder in Frankfurt. Obermann lobte die Hauptstadt gegenüber der F.A.Z. für ihre Innovationskraft. Er hat aber auch einen privaten Schwerpunkt in Berlin.

Neben Deutschlandchef Obermann arbeiten Max Fowinkel als Managing Director, Vice President Jan-Ole Gerschefski und Associate Julian Müller am neuen Standort. Alle vier PE-Manager haben einen klaren Fokus auf Tech-, Medien- und Telekommunikationsinvestments. In der deutschen TMT-Branche ist Warburg Pincus seit 2016 mit einer Minderheit bei 1&1 Ionos, der Webhosting-Sparte von United Internet, investiert.

Im Deutschlandgeschäft konnte der PE-Investor gerade erst ein Exit-Glanzstück vermelden, das in dieser Woche gelungen ist: Warburg Pincus hat gemeinsam mit dem Co-Investor DBAG beim Verkauf des Glasfaserausrüster Inexio an EQT den Inexio-Unternehmenswert vervierfacht.

Im Sommer 2016 war Warburg Pincus mit 60 Prozent bei Inexio eingestiegen, die DBAG sicherte sich einen Minderheitsanteil. Im Rahmen des Investments wurde der Glasfaserausrüster mit 250 Millionen Euro bewertet. Nun bringt Inexio der Nachrichtenagentur Reuters zufolge eine stolze Unternehmensbewertung von 1 Milliarde Euro auf die Waage.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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