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Nachhaltiges Investieren in Geldmarktfonds

Investoren können die Vorteile von Geldmarktfonds – starkes Risikomanagement und eine angestrebte Rendite über Benchmarks – mit den Anforderungen an eine nachhaltige Anlage verbinden.

Nach Covid-19 wird die Welt für Investoren eine andere sein: Die Krise wird mit beispiellosen Mitteln bekämpft werden, wobei die Zentralbanken dauerhaft im „Whatever it takes“-Modus operieren werden. Dabei war schon vor der Coronakrise die Geldpolitik alles andere als restriktiv: Im vergangenen Jahr senkte die Europäische Zentralbank (EZB) zum Beispiel ihre Einlagenzinsen auf unter null, und viele Geschäftsbanken gaben diese Zinsen an ihre Kunden weiter.

Für Treasurer war dies ein Grund mehr, Geldmarktfonds als Alternative zum Bankkonto ins Auge zu fassen. Neben einer Rendite, die bisher oft deutlich über dem Marktniveau lag, bieten Geldmarktfonds Diversifikation und ein starkes Risikomanagement bei gleichzeitig kurzfristiger Verfügbarkeit – oft noch am selben Tag.

Trend zum nachhaltigen Investieren wird verstärkt

„Das Coronavirus verstärkte den Trend zum nachhaltigen Investieren.“

Das Coronavirus verstärkte aber noch eine andere Entwicklung: den Trend zum nachhaltigen Investieren. Seit der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 erlebt das Thema ohnehin schon einen „Boom“, und die Krise zeigt einmal mehr, wie wichtig nachhaltiges Handeln – nicht zuletzt von Investoren – für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ist.

Gleichzeitig belegen immer mehr Studien, dass sich nachhaltiges Investieren auch finanziell lohnen kann: Es kann sowohl ein PerformanceTreiber als auch ein Resilienzfaktor in Krisen sein. Dabei fällt auf, dass das Thema nachhaltiges Investieren im Geldmarktbereich erst seit kurzem auf der Agenda steht. Dies ist erstaunlich, denn die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Geldmarktfonds ist ohne Weiteres möglich.

Ein typischer Weg, Nachhaltigkeitskriterien in den Investmentprozess zu integrieren, ist ein Filterprozess auf der Grundlage einer systematischen Bewertung der Emittenten. Dies erfordert eine umfangreiche Analyse nach einer Vielzahl allgemeiner und branchenspezifischer Parameter. Zunächst geht es dabei darum, Informationen zum nachhaltigen Wirtschaften der Emittenten zu erlangen. Dabei nutzen Investmenthäuser meist sowohl eigene Informationen als auch Daten mehrerer externer Analysehäuser. Wichtig ist es nun, diese Informationen so aufzuarbeiten und zu gewichten, dass am Ende eine aussagekräftige Bewertung über die Nachhaltigkeit eines Unternehmens entsteht.

Unterschiedliche Bewertungen

Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bewertungen unterschiedlicher Analysten zu neutral werden. Hier haben viele Investmenthäuser ihre eigene Systematik der Nachhaltigkeitsbewertung von Emittenten entwickelt (siehe Beispiel in der Grafik). Am Schluss des Prozesses kann dann ein hausinternes Rating stehen. Mit diesen Informationen können Fondsmanager entscheiden, ob ein Papier den Anforderungen, die für einen gegebenen Nachhaltigkeitsfonds festgelegt wurden, entspricht.

Über den Autor:

Sven Lorenz

Sven Lorenz ist Managing Director bei Amundi in Frankfurt am Main.

Kontakt: sven.lorenz[at]amundi.com