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Die ESG-Chance

Klimaschutz und ESG – die Thematik ist dieses Jahr kurz in Vergessenheit geraten. Doch Unternehmen sollten dringend ihre nachhaltige Strategie vorantreiben.

2022 – ein Jahr, in dem Unternehmen mit den Belastungen von Coronakrise, Ukraine-Krieg, Lieferengpässen und nun auch durch eine Energiekrise konfrontiert werden. Das hat sich auf das Thema Klimaschutz ausgewirkt: Der in den Vorjahren starke Wachstumstrend ist 2022 gebremst, und die Zahl der auf Nachhaltigkeitskriterien ausgerichteten Transaktionen stagniert. Dabei ist es weiterhin für Unternehmen wichtig, sich mit ESG zu befassen – sonst werden sie in wenigen Jahren Schwierigkeiten bekommen. Denn die Regulatorik, allen voran die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die EU-Taxonomie und das Lieferkettengesetz, geben für Unternehmen ein rasantes Tempo vor.

Reporting ist unumgänglich

Während die CSRD die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung regelt, definiert die EU-Taxonomie, welche Wirtschaftsaktivitäten künftig als nachhaltig gelten sollen. Den EU-Taxonomiekonformen, also ökologisch nachhaltigen, Anteil ihres Umsatzes und ihrer Investitionen müssen börsennotierte Unternehmen bereits seit 2021 ausweisen. Momentan betrifft diese Pflicht nur etwa 500 Unternehmen – doch künftig werden um die 15.000 Unternehmen ihre Zahlen publik machen müssen. Für Unternehmen ist die Regulatorik ein hoher Belastungsfaktor. Und je kleiner das Unternehmen, desto größer ist die Herausforderung.

Trotz der vielen Kritik ist es grundsätzlich sinnvoll, die Berichtspflichten auszuweiten. Die Klimaziele des Pariser Abkommens sind über Selbstverpflichtungen nicht zu erreichen, das haben die vergangenen Jahrzehnte gezeigt. Insgesamt ist zu beobachten, dass Nachhaltigkeit in der strategischen Ausrichtung von Unternehmen einen immer größeren Platz einnimmt. Daher können die steigenden regulatorischen Anforderungen auch eine Chance für Unternehmen sein, sich zu transformieren und neu auszurichten.

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein Erfolgsfaktor und nicht mehr nur ein Marketinginstrument. Viele Unternehmen stellen sich bereits neu auf und nutzen ihre Zeit, bevor der Druck zu groß ist, denn EU-Taxonomie-konform zu arbeiten geht nicht über Nacht. Es braucht eine Strategie, das Reporting und insbesondere die operative Umsetzung. Was sind die künftigen Wachstumsfelder? Wo muss investiert werden? Welche Anforderungen haben die verschiedenen Stakeholder? Das benötigt Zeit und bedeutet Aufwand. Dazu ist die EU-Taxonomie höchst komplex, über 1.000 Seiten lang und an vielen Stellen noch unklar.

Ohne externe Beratung ist es schwer, das zu schaffen. Viele werden die Unterstützung von Wirtschaftsprüfern, Strategieberatern oder Finanzinstituten benötigen. Letztere bieten ihren Kunden ESG-Beratung an und stehen bei allen Phasen des Nachhaltigkeitsengagements zur Seite, von der Strategieentwicklung bis hin zur Ausarbeitung von ESG-linked und grünen Transaktionen. Kein Unternehmen wird in den nächsten Jahren darum herumkommen, sich nachhaltig aufzustellen. Das verhindert nicht nur die Regulatorik der EU, auch der Klimawandel erlaubt diese Freiheit nicht. Wer aber versucht, den Wandel als Chance zu verstehen, kann ihn proaktiv nutzen. Dabei schützen Unternehmen die Umwelt und die Beständigkeit ihres Geschäftsmodells. 

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