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Gut für Klima und Finanzierung

Aus der Kreislaufwirtschaft können produktbasierte KPIs für die Finanzierung abgeleitet werden. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Finanzierungskosten.

Wir erleben aktuell eine menschengemachte Klimakrise. Um dieser Krise entgegenzusteuern, hat die EU mit dem Green Deal eine Strategie für eine klimaneutrale, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft erarbeitet. Einer der entscheidenden Faktoren, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, wird hierbei sein, die Kreislaufwirtschaft auszuweiten. In einer Kreislaufwirtschaft, auch Circular Economy genannt, werden bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert und recycelt. Auf diese Weise werden der Lebenszyklus der Produkte verlängert und die wirtschaftliche Entwicklung vom Ressourcenverbrauch entkoppelt.


Die Kreislaufwirtschaft wirkt sich nicht nur schonend auf das Klima, sondern auch auf den Ressourcenverbrauch im Allgemeinen und die Biodiversität im Besonderen aus. 2022 lag der Earth Overshoot Day, der angibt, an welchem Tag die in einem Jahr zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen verbraucht sind, am 28. Juli. Da aktuelle Prognosen davon ausgehen, dass die Nutzung von Materialien wie Biomasse, Metall und Mineralien sich in den kommenden 40 Jahren verdoppeln und das Abfallaufkommen voraussichtlich um 70 Prozent steigen wird, ist eine Kreislaufwirtschaft noch weit entfernt.

Schaffung neuer Arbeitsplätze


Dabei zeigt Cambridge Econometrics, dass durch eine verbesserte Kreislaufwirtschaft in der EU ein zusätzlicher Anstieg des BIP in Höhe von 0,5 Prozent möglich wäre und etwa 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Die EU-Kommission bekennt sich zur Kreislaufwirtschaft und hat 2020 den Circular Economy Action Plan veröffentlicht. Zudem ist der Übergang zur Kreislaufwirtschaft eines der sechs Ziele der EU-Taxonomie, was die Bedeutung des Themas unterstreicht. Auch private Initiativen wie die „Cradle to Cradle“-Zertifizierung für kreislauffähige Produkte oder der Plastics Pact der Ellen MacArthur Foundation zur Reduzierung von Plastikverpackungen tragen zur Aufwertung des Themas bei.

KPIs zu Abfall werden beliebter


Dies zeigt sich auch in den nachhaltigen Finanzprodukten. Neben der direkten grünen Finanzierung, bei der grüne Projekte wie beispielsweise der Bau einer Recyclinganlage finanziert werden, nehmen Finanzierungen, die mit ESG-KPIs verknüpft werden, an Bedeutung zu. Dabei wird die Marge bei Zielerreichung gesenkt und bei Nichterreichung erhöht. Daten von Environmental Finance zeigen, dass KPIs zu Kreislaufwirtschaft und Abfall zunehmend beliebter werden. Beispielsweise gibt es in Finanzierungen KPIs, die auf die Reduktion von Plastikabfall abzielen, beispielsweise durch die Verwendung von recyceltem PET oder erneuerbaren Rohstoffen wie Papier in Verpackungen.


Der westfälische Hersteller von Hygienepapieren Wepa ging noch einen Schritt weiter und setzte bei seiner ersten Finanzierung mit ESG-KPIs unter anderem auf einen produktbasierten KPI. Mit einem Rezyklatanteil von rund 40 Prozent bei den Papierprodukten ist das Unternehmen bereits im Branchenvergleich in führender Position. Die Ziele des KPIs, der auf die Umweltbelastung der Produkte abzielt, kann durch eine weitere Erhöhung dieses Anteils erreicht werden, womit sich das Unternehmen günstiger finanzieren kann. In diesem Fall wirkt sich die Kreislaufwirtschaft positiv auf die Umwelt und die Finanzierungskosten aus. «

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