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Neue Altersvorsorge

BMW hat einem Großteil seiner Beschäftigten ein Angebot für eine Umwandlung der Leistungszusage in einen beitragsorientierten Plan unterbreitet – und erzielte eine hohe Wechselquote.

BMW hat einem Großteil der Beschäftigten ein Angebot für eine Umwandlung der Leistungszusage in einen beitragsorientierten Plan unterbreitet. Im Jahr 2014 schloss der Konzern die alte Direktzusage für Neueintritte. Stattdessen steigen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seitdem in das DC-Modell ein. Wie bei den Führungskräften fließen feste Arbeitgeberbeiträge, entsprechend der individuellen Entgeltgruppe, auf die Vorsorgekonten. Zudem matcht der Arbeitgeber in einem Opting-out-Ansatz umgewandeltes Entgelt 1:1.

Angebot für den DC-Plan

Nach 2014 verblieben noch rund 61.000 Tarifmitarbeiter im alten Ruhegeldmodell. Der Konzern wollte die parallele Existenz der alten Leistungszusage und der neuen Beitragszusage innerhalb der Bestandsbelegschaft auflösen. Dafür bot BMW dem Großteil der Beschäftigten im Ruhegeldplan einen Wechsel vom DB- in den DC-Plan an. Das Wechselangebot galt für Beschäftige unter 55 Jahren. Kern des Wechselangebots war die individuelle Berechnung des Barwerts des Ruhegelds ab dem Datum des Planwechsels. Den errechneten Barwert sagte das Unternehmen als Startgutschrift für das neue Konto im Alterskapitalplan zu.

Wenn ein Beschäftigter das Wechselangebot annahm, erhielt er zusätzlich zum Startguthaben regelmäßige Arbeitgeberbeiträge auf sein Altersvorsorgekonto. Zusammen mit dem Versand der Wechselangebote startete das Unternehmen eine breite Informationskampagne. Auch der Vorstand und die Arbeitnehmervertretung von BMW unterstützten die Kampagne aktiv. Die Kommunikationskaskade umfasste digitale Veranstaltungen, Informationsmaterial in Bild, Wort und Film, Hotlines sowie das Altersvorsorgeportal.

Bis Ende August 2021 hatten 46.000 Berechtigte die Möglichkeit, die Wechseloption zu ziehen – und 65 Prozent nahmen an. Dabei war die Wechselbereitschaft größer, je höher die Entgeltgruppe und je jünger die Mitarbeiter waren.

Vom Kapitalmarkt profitieren

Die Berechtigten haben die Möglichkeit, zusätzlich zu den Arbeitgeberbeiträgen einen festen Beitrag aus dem Bruttogehalt umzuwandeln und dabei vom 1:1-Matching zu profitieren. Im Alterskapitalplan partizipieren sie an der Performance am Kapitalmarkt. Das eröffnet gerade jüngeren Menschen bei sehr langfristigen Anlagehorizonten Chancen auf höhere Renditen.

Die Einbringung des Eigenbeitrags samt Matching ist für Neueinstellungen sowie für Neueinsteiger in den Alterskapitalplan von Anfang an automatisch aktiviert. Beschäftigte, die den Eigenbeitrag nicht einbringen wollen, müssen ihm aktiv widersprechen. Zusätzlich bietet BMW seinen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an, jeden Monat flexibel über die Höhe der Entgeltumwandlung entscheiden zu können.

Der Konzern sichert die angelegten Mittel mit einer garantierten Mindestverzinsung auf dem Niveau der Lebensversicherung ab, immer in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Einzahlung und vom dann geltenden Mindestzins.

Das Alterskapital stützt sich auf eine Lifecycle-Strategie mit längeren Anlagezeiträumen und einer ertragsorientierten Kapitalanlage. In der Leistungsphase, die frühestens mit dem 62. Lebensjahr einsetzt, kann zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung und bis zu 20 Einzelraten gewählt werden.

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