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Schutzschild gegen Forderungsausfälle

Corona stürzt viele Unternehmen in eine Krise. Was passiert, wenn meine Kunden plötzlich pleitegehen und ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können? Und wie kann ich mich davor schützen?

Die Weltwirtschaft steckt aktuell in ihrer größten Rezession seit dem 2. Weltkrieg. Die Folge: Die Zahl der Firmeninsolvenzen steigt global rasant an. Dass Deutschland noch nicht so schwer betroffen ist wie andere Länder, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Pflicht zum Insolvenzantrag hierzulande aktuell zumindest teilweise ausgesetzt ist. Trotzdem prognostizieren die Ökonomen ein beispielloses Firmensterben, das sich bis tief ins Jahr 2021 hineinziehen wird, und das weltweit.

Zahlungsmoral verschlechtert sich

Schon jetzt spüren viele Unternehmen eine deutliche Verschlechterung der Zahlungsmoral ihrer Kunden im In- und Ausland. Laut einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes schätzen Finanzchefs in ganz Europa das Risiko von Zahlungsausfällen momentan als das größte Unternehmensrisiko ein. 36 Prozent aller deutschen Unternehmen haben derzeit mindestens einmal täglich mit dem Thema Zahlungsverzögerungen zu tun. Doch wie kann ich mich als Unternehmer davor schützen, auf unbezahlten Rechnungen sitzenzubleiben?

Natürlich sollten Unternehmen generell bestmöglich „vorsorgen“, damit es gar nicht erst so weit kommt. Das bedeutet zum Beispiel, die Bonität eines Kunden zu prüfen, schon bevor man eine Geschäftsbeziehung eingeht. Auch sollten Rechnungen stets korrekt gestellt und mit wasserdichten AGBs hinterlegt sein. Werden Verträge aufgesetzt, sollten diese mit eindeutigen Zahlungszielen und Fristen versehen werden. Können Unternehmen eine Lieferung unter Eigentumsvorbehalt vereinbaren? Dann sollten sie diese Möglichkeit nutzen. Kommt es tatsächlich zum Zahlungsverzug, braucht es eine professionelle Buchhaltung, die konsequent mahnt, offene Rechnungen nachhält und, wenn ein Kunde immer noch nicht zahlt, notfalls auch das Inkasso einleitet.

Der „Krisenimpfstoff“

Was aber, wenn mein Unternehmen trotz alledem auf den Forderungen sitzenbleibt? Das birgt für viele eine große Gefahr, denn unbezahlte Rechnungen können schnell zu eigenen Liquiditätsproblemen führen. Oft ist ein beträchtlicher Umsatz notwendig, um Forderungsausfälle überhaupt zu kompensieren. Im schlimmsten Fall droht sogar die eigene Insolvenz, gerade in Zeiten, in denen sowieso schon eine Krise herrscht.

Die Lösung kann eine Warenkreditversicherung sein: Sie sichert den Ausfall von Forderungen ab und sorgt so für sichere Zahlungsströme. Ist ein Kunde insolvent oder kann über einen längeren Zeitraum nicht zahlen, ersetzt die Kreditversicherung Forderungsausfälle, die für gelieferte Güter und erbrachte Dienstleistungen entstanden sind.

„Oft ist ein beträchtlicher Umsatz notwendig, um Forderungsausfälle zu kompensieren. Im schlimmsten Fall droht die eigene Insolvenz.“

Der Schutz von Forderungen beziehungsweise offenen Rechnungen ist nur ein Teil der Leistung, die eine Warenkreditversicherung erbringt. Eine Warenkreditversicherung bedeutet immer auch die Einführung eines professionellen Forderungsmanagements in einem Unternehmen. Auch prüft der Kreditversicherer laufend die Bonität der Abnehmer – und schlägt entsprechend Alarm, wenn ein erhöhtes Risiko von Zahlungsausfällen besteht.

Neben der reinen Absicherung bietet eine Kreditversicherung weitere Vorteile: So können Unternehmen ihren Kundenstamm erweitern, da sie dank ihrer abgesicherten Forderungen günstigere Zahlungsbedingungen anbieten können und auf potentielle Kunden attraktiv wirken. Dank des geringeren Risikos können neue Märkte leichter erschlossen werden.

Über den Autor:

Michael Pahl

Michael Pahl arbeitet im Market Management bei Euler Hermes Deutschland in Hamburg.
Kontakt:
info.de[at]eulerhermes.com

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