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Europa und die Welt am Wendepunkt? Die Herausforderungen unserer Generation

Structured FINANCE, 9. November: On-Stage-Interview - 16.10-16.55 Uhr

IM INTERVIEW

Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen“, resümierte Angela Merkel das ernüchternde Ergebnis des G7-Gipfels. Damit spielte Merkel nicht nur auf den US-Präsidenten Donald Trump an, der wenig Verbundenheit mit seinen transatlantischen Partnern erkennen ließ, sondern auch auf den EU-Aussteiger Großbritannien. Kaum, dass zumindest die populistische Rechte in Frankreich und Österreich im Zaume gehalten werden konnte, scheint die europäische Idee den äußeren Widrigkeiten zum Trotz neues Selbstbewusstsein zu erringen. Doch wie realistisch ist die Erwartung einer europäischen Renaissance? Und erleben wir wirklich einen globalen Gezeitenwechsel, das Ende der transatlantischen Freundschaft und der US-Hegemonie?

 

Diese Fragen wollen wir mit Joschka Fischer, dem ehemaligen deutschen Außenminister und Vizekanzler (1998–2005), diskutieren. Im Herbst 2014 veröffentlichte Fischer sein Buch „Scheitert Europa?“. Als ursprünglicher Titel war „Die Vereinigten Staaten von Europa“ vorgesehen gewesen. Doch angesichts der aktuellen Entwicklungen schien diese Überschrift damals obsolet. Heute nicht mehr?

 

Der frühere Apo-Linke, hessische Umweltminister und spätere Außenminister Joschka Fischer überschritt nicht nur als aktiver Politiker immer wieder Grenzen, sondern ist auch nach dem Ende seiner Amtszeit Grenzgänger zwischen Europa und USA geblieben. Ob als Princeton-Gastprofessor, Berater im Unternehmen von Madeleine Albright oder Vorsitzender der „Gruppe herausragender Persönlichkeiten“ im Europarat – Fischer kennt die wichtigsten Akteure und Entwicklungen diesseits und jenseits des Atlantiks.

 

Und wir wollen über noch mehr Fragen sprechen: Auf welche Welt steuern wir zu? Wie können wir die Herausforderungen einer sich politisch und ökonomisch neu sortierenden Welt bestehen? Zeigt die zunehmende Zahl der Krisen, dass wir an einem Wendepunkt der Geschichte angelangt sind? Hat die Menschheit nach den vielen Jahrzehnten, in denen auf europäischem, amerikanischem, russischem und chinesischem Boden kaum größere Kriegshandlungen stattgefunden haben, die Furcht vor dem Desaster verlernt?

 

Parteiübergreifend beliebt und anerkannt für seine kompetente, realistische und zugleich von Werten geprägte Außenpolitik, ist Fischer auch nach seinem Austritt aus der Politik als Elder Statesman von Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen gefragter Redner und Diskussionspartner. Frei von jeglicher Staatsräson wird er uns im On-Stage-Interview Einblick in das Ergebnis seiner Analysen geben.