30. August 2012

„Finance and the Good Society”

Irreconcilable or Inseparable?

Angesichts der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise werden Finanzmärkte immer öfter als destruktive, geradezu bösartige ökonomische Kräfte und unproduktive Parasiten der Realwirtschaft gesehen, denen eine fleißige und unbescholtene Gesellschaft praktisch hilflos gegenüber steht. Dennoch kann die Finanzwirtschaft auch ein Impulsgeber für gesellschaftlichen Fortschritt sein. Die Innovationskraft der Finanzwirtschaft kann das Allgemeinwohl fördern und Gesellschaften bei der Erfüllung unterschiedlichster und ambitionierter Ziele unterstützen.

In diesem FINANCE Webinar – durchgeführt auf Englisch von unserer Schwesterpublikation CFO Insight – präsentiert Robert J. Shiller die zentralen Argumente seines neuesten Buches „Finance and the Good Society“ und diskutiert mit den Teilnehmern über die Rolle der Finanzwirtschaft in der Gesellschaft. Ist die Finanzwirtschaft mit einer guten Gesellschaft unvereinbar, wie der aktuelle öffentliche Diskurs suggeriert? Oder sind Finanzwirtschaft und Gesellschaft vielmehr unzertrennlich? Ist die Finanzwirtschaft gar notwendig für den gesellschaftlichen Fortschritt?

Referent
Robert J. Shiller
Wirtschaftsnobelpreisträger

Robert J. Shiller ist Arthur M. Okun Professor of Economics an der Yale University sowie Professor of Finance und Fellow am International Center for Finance an der Yale School of Management. Er schloss sein Studium an der University of Michigan 1967 mit einem Bachelor of Arts ab und wurde 1972 am Massachusetts Institute of Technology im Bereich Volkswirtschaftslehre  promoviert. Er hat ausgiebig über Finanzmärkte, Finanzinnovationen, Behavioral Economics, Makroökonomik und Immobilienwirtschaft geschrieben.    
In seinem neuesten Buch, „Finance and the Good Society“ (Princeton University Press, April 2012), argumentiert Shiller, dass die Finanzwirtschaft als mächtiges Werkzeug für die Lösung öffentlicher Probleme und die Steigerung des öffentlichen Wohlbefindens fungiere und nicht als Parasit innerhalb der Gesellschaft zu sehen sei. Shiller ist Autor zahlreicher richtungsweisender wie „Irrational Exuberance“ (2000), eine Analyse und Auswertung spekulativer Blasen mit einem Fokus auf den Aktien- und Immobilienmarkt, und „The New Financial Order: Risk in the 21st Century“ (2003), eine Analyse der größer werdenden Rolle der Finanz- und Versicherungswirtschaft und der öffentlichen Finanzen der Zukunft. Sein Buch „Subprime Solution: How the Global Financial Crisis Happened and What to Do about It”, das 2008 veröffentlicht wurde, enthält eine Analyse der Wirtschafts- und Immobilienkrise und skizziert einen Maßnahmenkatalog zur Milderung der Auswirkungen.