Christian Sailer

Weltbild

Name:
Christian Sailer
Unternehmen:
Weltbild
Ressort:
Finanzen, Controlling, Rechnungswesen, Kundenservice, Recht, Revision
Position:
CFO seit Januar 2017
Ausbildung:
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Regensburg
Geburtstag:
03.01.1972
Familie:
Familienvater
Ehrenamt:
Keine Angaben
Hobbies:
Klavier spielen, Lesen

Karriere

Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Regensburg beginnt Christian Sailer seine berufliche Laufbahn im Controlling der Amberger Kaolinwerke in Hirschau in der Oberpfalz. Danach wechselt er 2001 für rund zwei Jahre als kaufmännischer Leiter zum Lebensmittelproduzenten Bahlsen.

Im März 2003 steigt der Diplom-Kaufmann Sailer bei der Werkstattkette A.T.U Auto-Teile-Unger ein, wo er zunächst das europaweite Konzern-Controlling leitet. 2008 übernimmt Sailer die gesamte kaufmännische Leitung. Im Oktober 2009 wird er zum CFO/Geschäftsführer Finanzen von A.T.U ernannt. Er löst damit im Alter von nur 37 Jahren Sebastian Ebel als CFO ab, der das Ressort kommissarisch geleitet hat.

Sailer verantwortet die finanzielle Neuausrichtung der Werkstattkette und schließt im Januar 2014 die bilanzielle Restrukturierung und Entschuldung der Unternehmensgruppe erfolgreich ab. Die Gesamtverschuldung wird in diesem Rahmen von 750 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro abgetragen.

Ende April 2016 verlässt Sailer A.T.U und wechselt zum Versandhaus Walz. Dort bleibt er allerdings nicht lange: Im Januar 2016 wird er CFO beim Medienunternehmen Weltbild. Mit Wirkung zum 20. März 2018 wird Sailer neuer CEO der Weltbild Gruppe.

Karriere-Highlights:

1) Refinanzierung der A.T.U-Unternehmensgruppe durch Emission einer Anleihe in Höhe von 450 Millionen Euro an der Luxemburger Börse im Jahr 2010

2) Finanzielle Restrukturierung und Entschuldung der A.T.U-Unternehmensgruppe 2013/2014

3) Erfolgreiche, dauerhafte Kosten- und Working-Capital-Optimierung mit Einsparungen im dreistelligen Millionen-Bereich.

Deals

Finanzierung
Datum:
2010
Art der Finanzierung:
Anleihe
Unternehmen:
A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG
Dealvolumen der Finanzierung:
250 - 499 Millionen Euro
Beratungsunternehmen:
Goldman Sachs, Morgan Stanley

Weitere Hintergründe über die komplexe Restrukturierung der Werkstattkette A.T.U lesen Sie auf unserer Themenseite zu A.T.U

MEHR zur Person

Christian Sailer, A.T.U Auto-Teile-Unger: Der in der Heimat Gebliebene

Christian Sailer hat bei der Werkstattkette A.T.U die bislang größte Herausforderung seiner Karriere gefunden: die finanzielle Neuausrichtung und Entschuldung des Unternehmens. Doch auf dem Weg zurück zur alten Ertragsstärke hat A.T.U immer noch eine gute Strecke zu gehen.

Eigentlich wollte er Arzt werden. Doch dann hat sich Christian Sailer kurz vor Beginn des Studiums umentschieden: „Ich hatte schon einen Medizinstudienplatz“, sagt der Familienvater. „Aber ich habe mich wegen der beruflichen Aussichten dann doch für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften entschieden.“ Und diesen Schritt hat Sailer nie bereut. Nach seinem beruflichen Einstieg im Controlling der Amberger Kaolinwerke in Hirschau in der Oberpfalz wechselt er 2001 für rund zwei Jahre als kaufmännischer Leiter zum Lebensmittelproduzenten Bahlsen. „Das Controlling ist ein guter Einstieg für eine Laufbahn im Finanzbereich“, ist Sailer überzeugt. „Es ist sehr analytisch geprägt. Dort sehe ich auch meinen Schwerpunkt.“ Die Themen Finanzierung, Investitionen und Statistik waren schon Schwerpunkte in Sailers Studium.

Über das Controlling kommt der gebürtige Oberpfälzer im März 2003 auch zur Werkstattkette A.T.U Auto-Teile-Unger, wo er zunächst das europaweite Konzerncontrolling leitet. Mit seinem Einstieg in das Weidener Unternehmen bleibt der Diplom-Kaufmann auch seinen Wurzeln treu. „Es war eher Zufall, dass ich in meiner Heimat geblieben bin“, sagt Sailer. A.T.U habe unter der Führung von Peter Unger jemanden mit bayerischen Charakter und lokalem Bezug gesucht, um den Controlling- und Finanzbereich aufzubauen.

Der Diplom-Kaufmann ist nun schon seit mehr als zehn Jahren für die Werkstattkette tätig. 2008 übernimmt Sailer die gesamte kaufmännische Leitung. Im Oktober 2009 wird er mit jungen 37 Jahren zum CFO von A.T.U ernannt. Mit dieser Berufung beginnt für Sailer die Herausforderung seines Lebens: „Als ich zu A.T.U kam, lag die Gesamtverschuldung bei 1 Milliarde Euro“, sagt er. Durch einen strikten Sparkurs kann die Werkstattkette den Schuldenberg bis 2013 auf 750 Millionen Euro senken.

Doch das ist nicht genug. Mit dem Auslaufen wichtiger Anleihen vor Augen, bleibt keine Wahl: A.T.U muss restrukturiert werden, eine finanzielle Neuausrichtung ist notwendig. Hierfür tritt CFO Sailer Ende Juni 2013 zusammen mit COO Christian Schmitz aus der Geschäftsführung zurück, um als Prokurist die finanzielle Neuausrichtung der Werkstattkette zu verantworten. „Herr Schmitz und ich sind in Absprache mit den Shareholdern einen Schritt zurückgetreten, damit für den Prozess Restrukturierungsspezialisten in die Geschäftsführung berufen werden konnten“, erklärt CFO Sailer den ungewöhnlichen Schritt. „Von Anfang an war abgestimmt, dass Herr Schmitz und ich nach der erfolgreichen Neuaufstellung wieder auf unsere alten Posten zurückkehren werden.“

Gesagt, getan: Nach der finanziellen Neuausrichtung und dem Eigentümerwechsel – inzwischen hat eine Gruppe um den Finanzinvestor Centerbridge die Mehrheit an A.T.U übernommen – kehrt Finanzchef Sailer Anfang 2014 wieder in die Geschäftsführung zurück. „Obwohl ich während der Restrukturierung nicht Teil der Geschäftsführung war, habe ich die bilanzielle Restrukturierung von A.T.U und die Entschuldung der Gruppe verantwortet“, sagt Sailer. Er war der Hauptansprechpartner für alle Beteiligten, einschließlich des neuen Eigentümerkonsortiums um Centerbridge, Goldman Sachs und Babson Capital.

Doch noch ist nur eine Schlacht gewonnen. Auf dem Weg zurück zur alten Ertragsstärke hat A.T.U noch eine gute Strecke zu gehen. Deshalb steht nach der bilanziellen nun die operative Restrukturierung auf der Agenda. „Wir müssen A.T.U in den Operations komplett neu ausrichten“, sagt der CFO. „Ich bin davon überzeugt, dass mit dem neuen CEO die strategische Neuausrichtung von A.T.U gelingen wird.“ Angesichts dieser fordernden Aufgabe bleibt Sailer nicht viel freie Zeit. Er versucht sie zu nutzen, um auf andere Gedanken zu kommen: „Ich spiele Klavier und lese unheimlich gern. Das verschafft mir den nötigen Ausgleich.“

sabine.paulus[at]finance-magazin.de