Frank B. Jehle

Mann+Hummel GmbH

Name:
Frank B. Jehle
Unternehmen:
Mann+Hummel GmbH
Ressort:
Finanzen, Controlling, Treasury, Einkauf, IT, stellvertretender CEO
Position:
CFO von Oktober 2005 bis Juni 2015
Ausbildung:
Banklehre bei der Dresdner Bank (1988-1990), Studium der Wirtschaftsinformatik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (1990-1995)
Geburtstag:
17.04.1967
Familie:
Verheiratet, zwei Kinder 
Ehrenamt:
Vorsitzender des Finanzausschusses des VDA, Mitglied des Beirats Südwest der Deutschen Bank
Hobbies:
Familie, Sport (Ski, Surfen, Schwimmen)

Karriere

Der autobegeisterte Frank Jehle beginnt seine Berufslaufbahn nach dem Studium als Trainee bei Ford, wo er zehn Jahre in unterschiedlichen Positionen bleiben wird. Er durchläuft unterschiedliche Stationen im europäischen Konzernteil. 1997 wechselt er nach England, wo er Aufgaben im Entwicklungscontrolling und Projektmanagement übernimmt. 2000 wechselt er als Controller in die Kölner Ford-Werke und übernimmt zunehmend Verantwortung für das Finanz- und Rechnungswesen.

2002 ist er als Controller bei Ford Europe verantwortlich für die Bereiche europäische Öffentlichkeitsarbeit und das europäische Flotten- und Mietwagengeschäft, bevor er 2003 Finanzdirektor sowie Mitglied des Vorstands Ford Benelux, Schweiz und Österreich wird. Der nächste Schritt hätte ihn auf einen anderen Kontinent führen müssen.

Jehle sucht aber eine Stelle mit Gesamtverantwortung als CFO und wechselt im Oktober zu dem Filtersystem-Hersteller Mann + Hummel. 2010 wird er neben der Rolle als Finanzvorstand auch stellvertretender CEO des Filtrationsspezialisten. Von 2010 bis 2013 ist er interimistisch auch Arbeitsdirektor. Im Sommer 2015 gibt er den Finanzbereich schließlich an seine Nachfolgerin Emese Weissenbacher ab und konzentriert sich auf strategische Fragestellungen im Rahmen seiner Funktion als stellvertretender CEO.

Karriere-Highlights:

1)    Restrukturierung, Sanierung und Verkauf beziehungsweise Schließung des Anlagenbaus und des Kunststoffanlagengeschäfts von Mann + Hummel in den Jahren 2009 bis 2012.

2)    Etablierung eines integrierten und leistungsstarken Einkaufs sowie Neuaufbau des Personalbereichs bei Mann + Hummel.

3)    Projekt FIT (Financial Integration): Etablierung eines konzernweiten standardisierten, integrierten und harmonisierten SAP-basierten Controllingsystems (ERP).

Deals

M&A-Akquisition
Datum:
01/2014
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
Mann+Hummel GmbH
Zielunternehmen:
Vokes Air Group
Land:
Deutschland
Land:
Schweden
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
keine Angaben
Verkäufer:
The Riverside Company

MEHR zur Person

Frank B. Jehle: Der Autobegeisterte

Schon immer hat sich Frank Jehle für Autos begeistert. Als Junge wollte er Rallyefahrer werden, heute steuert er als CFO und Vize-CEO den Autozulieferer Mann+Hummel.

Als Achtjähriger Autoprospekte zu wälzen und Rallyefahrer werden zu wollen, ist gar nicht so ungewöhnlich. Bei Frank Jehle aber setzte sich die Begeisterung nahtlos fort – sein Studium, er wählt die Wirtschaftsinformatik statt Automobilwirtschaft, verdient er sich mit einer Mini-Werkstatt, die reparaturbedürftige Autos reimportiert und weiter verkauft – ein ordentliches Zubrot, wie Jehle berichtet. Aus der Reihe fällt allein seine Lehre bei der Dresdner Bank. Danach kehrt der in Konstanz aufgewachsene zweifache Vater in die geliebte Fahrzeugindustrie zurück. Ein Praktikum bei Ford in England öffnet die Tür. Daraus werden am Ende zehn internationale Jahre im europäischen Arm des Fordkonzerns, in denen Jehle viele Stationen durchläuft. 2003 wird er Finanzdirektor und Mitglied des Vorstands von Ford Benelux, Schweiz und Österreich.

Eine weitere Station hätte einen interkontinentalen Wechsel nach sich gezogen. Das will Jehle 2005 im Hinblick auf familiäre Umstände damals nicht. Beim Ludwigsburger Familienunternehmen Mann+Hummel ergibt sich die Chance, Finanzvorstand zu werden und noch breiter kaufmännische Verantwortung zu übernehmen. 2010 steigt er in dem von familienfremden Managern geführten Autozulieferer zum stellvertretenden CEO auf.

Arbeit fällt genug an, aber den Autofan Frank Jehle stört es nicht, wenn er sich buchstäblich die Hände schmutzig macht. „Mir macht es Spaß, in die Themen einzutauchen“, berichtet er. Zwei Restrukturierungsaufgaben hat er zu lösen.  Die Strukturen im Personalbereich bringt er während des stürmischen Wachstums des Filtrationsspezialisten, der seinen Umsatz zwischen 2005 und 2012 von knapp 1,4 Milliarden Euro auf rund 2,6 Milliarden Euro fast verdoppelt hat, auf den aktuellen Stand.

Aus seiner Zeit bei Ford bringt er dabei eine Reihe von Ideen ein. Er etabliert eine Einkaufsbenchmark, die die weltweiten Erfahrungen der Einkäufer kollektiv erfasst und in ein standardisiertes Reporting überträgt. So will er den im Einkauf oft problematischen Faktor Mensch durch ein Lieferantenportal begrenzen, das Transparenz über die Leistungsfähigkeit und Kosten der Lieferanten verschafft.

Jehle fesselt die Idee einer leistungsfähigen und effizienten Finanzabteilung: Die Konzernbuchhaltung hat er 2006 in ein Shared Service Center an den Standorten Tschechien und Indien übergeben und damit gute Erfahrungen gemacht. „Das Einsparvolumen liegt bei rund 50 Prozent“, berichtet Jehle, der sein Privatleben der Familie widmet und nach Möglichkeit gern Sport treibt.

Konservativer als bei der Gestaltung innerer Prozesse ist Jehle, was die Konzernfinanzierung angeht. Hier setzt das Familienunternehmen Mann + Hummel, das über eine starke Bilanz verfügt, „gänzlich auf klassische, langfristige Bankkredite“. Eine Öffnung zum Kapitalmarkt schließt Jehle gleichwohl nicht aus.

Auch im privaten legt er gern selbst Hand an und liebäugelt mit einem Oldtimer – die legendäre DS von Citroën hat es ihm angetan. Bei der Hydropneumatik gerät er ins Schwärmen. Ein Autofan bleibt eben ein Autofan.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de