Jochen Fischer

SGB-Smit-Management GmbH

Name:
Jochen Fischer
Unternehmen:
SGB-Smit-Management GmbH
Ressort:
Finanzen, Personal, Recht, Versicherungen, Steuern, IT, Unternehmensentwicklung, M&A, Einkauf, Logistik
Position:
CFO der SGB-Smit-Management GmbH und drei operativen Unternehmen der Gruppe seit Juni 2010, von Januar bis August 2013 auch Interims-CEO
Ausbildung:
Bankkaufmann (Westfalenbank), Studium der Betriebswirtschaftslehre in Passau und in Köln, Bestellung zum Steuerberater 1993, Bestellung zum Wirtschaftsprüfer 1995 
Geburtstag:
10.05.1961
Familie:
Verheiratet, zwei Kinder
Ehrenamt:
Keine Angabe
Hobbies:
Lesen, Reisen, Sport, Musik

Karriere

Vierzehn Jahre lang ist Fischer bei  der Beratungsfirma Arthur Andersen, wo er 1993 nach zehn Jahren zum Partner aufsteigt. Das bleibt er auch nach der Übernahme durch EY noch eine Zeitlang, bis er in die Industrie wechselt.

Im August 2006 geht er als CFO zur Moeller Holding, die die PE-Investoren Doughty Hanson und Advent International 2008 an den US-Strategen Eaton verkaufen. 2010 wechselt er nach einer kurzen Phase der Selbstständigkeit als CFO zum Transformatorenhersteller SGB-Smit, wo er von Januar bis August 2013 interimsweise auch den CEO vertritt. 

Karriere-Highlights:

1.    Als Transaktionsberater Unterstützung bei zahlreichen Börsengängen

2.    Restrukturierung der Moeller-Firmengruppe und Vervielfachung des operativen Gewinns (Ebitda) bis zum erfolgreichen Verkauf im Jahr 2008

3.    Programm zur Steigerung der operativen Exzellenz bei der SGB-Smit Gruppe

4.    Vereinbarung einer strukturierten Finanzierungsfazilität für die SGB-Smit Gruppe  

Jochen Fischer: Die Allzweckwaffe

Jochen Fischer ist eloquent und gewandt: Das hat er in 14 Jahren als Berater bei Arthur Andersen gelernt. Als CFO des Trafoherstellers SGB Smit ist er als harter Restrukturierer gefragt. 

Aus der Firma kommt Jochen Fischer nur ganz selten zu früher Stunde: „Mein Vater sagt immer: Du bist noch vom alten Schlag. Du musst arbeiten“, berichtet Fischer. In seinem aktuellen Job findet er dazu die besten Voraussetzungen: Ist er doch bei dem Regensburger Transformatorenhersteller SGB Smit als CFO nicht nur für die Finanzfunktion zuständig, sondern darüber hinaus auch für Personal, Recht, Steuern, IT, Unternehmensentwicklung, Einkauf und Logistik. Neben den Holdingaufgaben ist er zudem CFO der drei größten operativen Unternehmen. Dass ihm da nicht langweilig wird, liegt nahe.

Bei SGB Smit war er in manchen Phasen besonders gefordert: „Wenn die Marktpreise plötzlich um 30 Prozent einbrechen, schlägt die Topline natürlich voll aufs Ebitda durch“, sagt Fischer. 30 Prozent Umsatzrückgang – wie im Jahr 2012 – muss ein Konzern erstmal wegstecken. „So schnell kann man gar nicht die Kosten senken“, sagt Fischer. Fischer verstärkte das Operational Excellence-Programm und die Sparanstrengungen. „So etwas kompensiert man nicht über Nacht. Da muss man schon fünf Jahre lang jährlich um 7 Prozent wachsen, um das wegzustecken“, sagt Fischer.

Gut trifft es sich, dass die Finanzierungsseite des Unternehmens, das zum Portfolio des PE-Investors BC Partners gehört, keine größeren Sorgen macht. „Wir haben keine externen Bankschulden. BC Partners hat den Deal über Gesellschafterdarlehen finanziert“ – ein ungewöhnlicher Deal im Private-Equity-Bereich und eine Struktur, die SGB Smit jetzt zugute kommt. Zwar musste er für die Avallinien über 200 Millionen Euro auch schon mal eine Margin Grid der Banken hinnehmen, doch die gute Nachricht für den Konzern lautet: „Wir finanzieren viel über erhaltene Anzahlungen.“

Unschwer hört man Fischer an, dass er aus dem Ruhrgebiet stammt. Er bemüht sich nicht, das zu verbergen. BC Partners ist nicht seine erste Station in einem Private Equity-Unternehmen: Zum Elektrokonzern Moeller Holding stößt er 2006 nach einer ersten Phase der Restrukturierung.

Der Wechsel ergibt aus seinem Netzwerk: Die Moeller Holding hatte er als eines seiner letzten Prüfmandate während seiner 14 Jahre als Berater bei Arthur Andersen und später bei EY ¬ stets behalten – auf Wunsch der Eigentümerfamilie, wie Fischer betont. Er genießt die Zeit als Berater, wird Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und wechselt dann in die Transaktionsberatung: Due Diligence für die Buy Side, IPOs und Refinanzierungen sind sein Ding. Der Mix aus vielfältigen Aufgaben hält ihn bei der Sache.

Als PE-Investor Advent den Elektrokomponentenhersteller Moeller dann in einem Secondary Buy-out an Doughty Hanson weiterreicht, schlägt seine Stunde. Der damalige Moeller-Chef Gärtner holt ihn nach Bonn. Fischer genießt die Zeit und das Vertrauen, das der PE-Investor Doughty Hanson dem Moeller-Management entgegen bringt. Operativ stehen auch in dieser Phase Restrukturierungsaufgaben an. Nach nur zwei Jahren wird Moeller 2008 erneut verkauft, dieses Mal an einen Strategen: Der US-Konzern Eaton integriert das deutsche Unternehmen, was die Position des unabhängigen Gruppen-CFO – wie üblich – nicht stärkt.

In diese Zeit fällt dann auch die vergleichsweise späte Familiengründung des damals 47-Jährigen. Die beiden Kinder, die er mit seiner aus Lateinamerika stammenden Ehefrau hat, sind noch im Vorschulalter. An den Wochenenden pendelt Fischer von Regensburg ins Rheinland, wo er lebt – auch in den acht Monaten, in denen er interimistisch auch noch die  CEO-Position bekleidet. Bei SGB Smit, das auch schon mal als Börsenkandidat gehandelt wurde, kann er unter Beweis stellen, was für ein strukturierter Arbeiter in ihm steckt. Ein Berg Arbeit liegt hinter ihm, ein ebenso großer noch vor ihm.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de