Kathrin Dahnke

Wilh. Werhahn KG

Name:
Kathrin Dahnke
Unternehmen:
Wilh. Werhahn KG
Ressort:
Finanzen, Abcfinance-Gruppe
Position:
CFO seit April 2014
Ausbildung:
Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Göttingen (Abschluss: Diplom-Kauffrau) und als Wirtschaftsdolmetscherin für Englisch und Französisch.
Geburtstag:
13.10.1960
Familie:
Verheiratet, ein Sohn
Ehrenamt:
Keine Angaben
Hobbies:
Laufen, Golf, Familie, Musik (Oper, Jazz)

Karriere

Kathrin Dahnke startet ihre Karriere 1982 im Beteiligungscontrolling bei Beiersdorf und leitet dort später die Finanzabteilung.  1987 wechselt sie in die M&A-Beratung der West LB. Von 1995 bis 2005 leitet sie die Geschäfte des Finanzbereichs des Familienunternehmens Otto Bock.2005 wechselt Dahnke als Finanzdirektorin zum Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister

Von Mai 2010 bis März 2014 ist Dahnke Vorstandsmitglied für die Ressorts Controlling, Finanzen, Rechnungswesen, Steuern und Risikomanagement und Versicherungen bei Gildemeister und später bei DMG Mori Seiki, wie Gildemeister seit dem Zusammenrücken mit der japanischen Mori Seiki-Gruppe heißt. Seit dem 1. April 2014 ist Dahnke Finanzvorstand bei dem Familienunternehmen Werhahn.

Karriere-Highlights:

1)    Dahnke schmiedet aus knapp 50 einzelnen Tochtergesellschaften von Otto Bock eine neue Konzernstruktur und sichert dessen Repor-ting, Bilanzierung und Finanzierung.

2)   Sie arrangiert eine Überkreuzbeteiligung und intensiviert die Zusam-menarbeit zwischen Gildemeister und Mori Seiki seit 2009. Zudem hebt Dahnke die Synergien im Vertrieb und verantwortet einen gemeinsamen Kundenfinanzierungs-Captive.

3)    Sie schafft eine vollständige Refinanzierung der Fremdfinan-zierung der Gildemeister AG im Jahr 2011.

4)    Dahnke begleitet zwei große Kapitalerhöhungen 2011 und 2013 sowie eine Sachkapitalerhöhung durch Einlage des japanischen Unter-nehmens und eines Werkes in den USA.

Deals

Finanzierung
Datum:
2011
Art der Finanzierung:
Anleihe
Unternehmen:
Gildemeister
Dealvolumen der Finanzierung:
250 - 499 Millionen Euro

MEHR zur Person

Kathrin Dahnke: Die Beharrliche

Über einen langen Atem verfügt Kathrin Dahnke nachweislich: In neun Jahren bei Gildemeister/ DMG Mori Seiki wird unter ihrer Begleitung aus dem früher deutlich verschuldeten Werkzeugmaschinenbauer eine solide Adresse, in zehn Jahren bei Otto Bock schmiedet sie einen echten legalen Konzern. Mit dem Wechsel zu Werhahn kehrt sie in die Welt der Familienunternehmen zurück.

Als Kathrin Dahnke 2005 als Leiterin Finanzen und inoffizielle Stellvertreterin des damaligen CFO Michael Welt zu Gildemeister kommt, ist der Bielefelder Werkzeugmaschinenbauer zwar ein weltbekanntes Unternehmen, doch nicht das Solideste. Der Konzern ist hoch verschuldet, die Finanzierung entsprechend teuer. Tempi passati: „Inzwischen ist Gildemeister netto entschuldet“, blickt Kathrin Dahnke, CFO von Juni 2010 bis März 2014, zufrieden auf ihre Zeit als Gildemeister-Finanzchefin zurück. Mehr noch: Das Kalenderjahr 2013 beendet DMG Mori Seiki, wie Gildemeister inzwischen heißt, mit einer Nettofinanzposition von rund 390 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote in der Nähe von 60 Prozent.

Diesem Erfolg gingen ein langes, zähes Ringen der Finanzchefin mit ihren Finanzierungspartnern und umfangreiche Managementinitiativen voraus. Die große Refinanzierung auf der Passivseite von 2011 ist die erste, bei der Dahnke gegenüber den Banken größeren Verhandlungsspielraum besitzt. Dieser ist durch die viel beachtete Kooperation mit dem früheren japanischen Rivalen Mori Seiki entstanden. Zwei große Kapitalerhöhungen 2011 und 2013 sowie eine Sachkapitalerhöhung 2013 verbessern die Finanzlage weiter.

Aus der 2009 als Vertriebskooperation begonnenen deutsch-japanischen Allianz, für die Dahnke zum Start das Kundenfinanzierungs-Captive aufsetzte, ist inzwischen de facto ein Konzern mit zwei Börsenlistings geworden – eine Hochzeit ohne Trauschein, die den Kapitalmarkt überzeugt. Dass sie dennoch zum Abschied von DMG Mori Seiki kein Wort des Dankes erhielt, dürfte sie, selbst wenn sie dazu eisern schweigt, enttäuscht haben.

Dennoch hat sich die zurückhaltende Finanzierungsexpertin durch ihre Erfolge bei Gildemeister unter den führenden deutschen CFOs etabliert. Der Wechsel im April 2014 zu dem bekannten, aber verschwiegenen Familienunternehmen Werhahn belegt das. Bei Werhahn stellen sich ihr Aufgaben im Management des diversifizierten Portfolios und bei der Kommunikation mit einem Gesellschafterkreis, der dank mehrerer hundert Mitglieder nicht einfacher zu betreuen sein dürfte als die weit verstreute Investorenschaft bei dem MDax-Konzern Gildemeister.

Doch die Welt der Familienunternehmen ist für Dahnke nicht neu – im Gegenteil. Zwischen 1995 und 2005 leitete sie sich den Finanzbereich des Duderstädter Prothesenherstellers Otto Bock – nach der Geburt ihres Sohnes zunächst in Teilzeit. In zehn Jahren bei dem Hidden Champion ordnet Dahnke, die sich als CFO im zweiten Glied als im Hintergrund wirkende Kraft wohlfühlt, ein komplexes Firmengefüge. Aus über 50 einzelnen Gesellschaften schmiedet sie einen „echten legalen Konzern“ mit einheitlichem Reporting, einheitlicher Finanzierung und Bilanzierung.

Wenn es die Zeit zulässt, geht die im persönlichen Gespräch stets zugewandte und verbindliche Dahnke gerne in die Oper oder besucht Jazzkonzerte. Fit hält sie sich durch Joggen und Golf. Aus der Erfahrung von Jahren in Teilzeit und selbst erlebten Kompromissen zwischen Berufsleben und Familie hat sie für das Führen ihres Teams einige Schlussfolgerungen gezogen: „Endlose Arbeitszeiten in Normalzeiten machen die Menschen nicht besser.“ Und bei aller Effizienz von  Emails: „Das direkte Gespräch ist nicht ersetzbar“, meint Dahnke. Bei dem Familienunternehmen wird ihr dieser Stil zu Gute kommen.


marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de