Luka Mucic

SAP AG

Name:
Luka Mucic
Unternehmen:
SAP AG
Ressort:
Finanzen, und Administration, Process Office/ Chief Operating Officer
Position:
CFO und COO seit Juli 2014
Ausbildung:
Mucic macht seinen Master in Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg und erwirbt einen gemeinschaftlichen Executive MBA-Abschluss der Mannheim Business School und der ESSEC Paris.
Geburtstag:
10.09.1971
Familie:
Verheiratet, 3 Kinder
Ehrenamt:
Mucic ist im Vorstand des Vereins „Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar“.
Hobbies:
Familie, Tennis, römische Geschichte

Karriere

Luka Mucic startet seine berufliche Laufbahn 1996 bei SAP in der Rechtsabteilung, wo er sich auf den Bereich des Wirtschaftsrechts konzentriert. Es folgen Stationen in Führungspositionen innerhalb des Vorstandsbereichs Global Finance and Administration. Er übernimmt die Verantwortung für M&A sowie die Leitung des Bereichs Global Risk Management und der Rechtsabteilung von SAP Markets Europe.

Von 2008 bis 2012 ist Mucic CFO der DACH-Region und von SAP Deutschland. Im Juli 2013 rückt er als Head of Global Finance in das SAP Global Managing Board auf. Im Juli 2014 wird er als Nachfolger von Werner Brandt  CFO des SAP-Konzerns. Zusätzlich übernimmt Mucic die Rolle des Chief Operating Officers. 

Karriere-Highlights:

1) M&A: Kurz nach Mucics Amtsantritt wagt SAP die bis dato größte Akquisition der Firmengeschichte: Für 8,3 Milliarden US-Dollar erwirbt der Konzern das US-Softwarehaus Concur.

Im Jahr 2007 war Mucic schon als Projektleiter bei der Übernahme des SAP-Geschäfts im Raum Mittlerer Osten und Nordafrika von einem lokalen Exklusivdistributor engagiert sowie an der Akquisition von Business Objects beteiligt.

2) Kapitalmarkt: Arrangieren einer Kreditfazilität von 7 Milliarden Euro für die Übernahme von Concur (2014), erfolgreiche Refinanzierung und Aufstockung der revolvierenden Kreditlinie auf 2 Milliarden Euro zu stark verbesserten Konditionen im Jahr 2013.

3) Kunden und Märkte: Board-Sponsor für die SAP-Wachstumsmärkte Lateinamerika (mit SAPs mittlerweile drittgrößtem Ländermarkt Brasilien) und Mittlerer Osten und Nordafrika, finanzseitige Koordination der Wachstumspläne für diese und die übrigen strategischen Wachstumsmärkte der SAP-Gruppe (CIS, China, Africa).

4) Interne Prozesse und Systeme: Implementierung der Real Time In Memory Plattform HANA als Datenbankplattform für alle zentralen SAP-Inhouse Systeme (BW, CRM, ERP) 2013 und Migration des zentralen SAP ERP-Systems auf SAPs neue Simple Finance Lösung in nur zwei Monaten mit Go-Live April 2014. Abschluss der von Mucics Vorgänger Werner Brandt begonnenen Shared Service Center-Strategie mit der Migration der IFRS-Bilanzierungsprozesse in ein zentrales Shared Service Center basiertes Betriebsmodell im Jahr 2014.

5) Im Juli 2014 rückt Mucic, der Ziehsohn des vorherigen SAP-CFOs Werner Brandt, an die Spitze des Finanzressorts von Europas größtem Softwarekonzern. 

MEHR zur Person

Luka Mucic, SAP: Das Eigengewächs

Die Karriere von Luka Mucic klingt wie perfekt geplant. Dabei galt das größte Interesse des heutigen SAP-CFOs ursprünglich der Archäologie.


Der im Juli 2014 vollzogene Aufstieg von Luka Mucic zum CFO der Walldorfer Softwareschmiede SAP ist lange geplant. Zur Vorbereitung auf seinen CFO-Job durchläuft er eine Reihe von wichtigen Funktionen im Finanzbereich, zuletzt rückt Mucic im Juli 2013 als Head of Global Finance in das SAP Global Managing Board auf. Der Karrieresprung zum Finanzvorstand fühlte sich dann nicht mehr wie ein großer Schritt für Mucic an. „Der Wechsel verlief recht unspektakulär“, sagt er gut einen Monat später. Einen sehr guten Überblick habe ihm bereits das Jahr als Global Head of Finance gebracht.

Mucic, der schon seit langem als Ziehsohn seines Vorgängers Werner Brandt gilt, tritt zurückhaltend und besonnen auf. Den einjährigen Übergang bezeichnet er als „sehr komfortabel“. Die Erstellung der Quartalszahlen sei zeitlich anspruchsvoll gewesen, aber auch das sei schließlich normal, findet er. Die SAP eröffnet die Saison der Quartalsberichte im DAX.

Seinem Vorgänger Werner Brandt hat der 42-Jährige viel zu verdanken. Mucic steht für Kontinuität im Finanzbereich von SAP und versteht seine Rolle auch so. Trotzdem habe er – wie auch Brandt – darauf geachtet, dass er ein eigenes Profil finden konnte, wie er es selbst beschreibt. „Ich hatte immer Bewegungsfreiheit“, sagt Mucic. Das sei wichtig, denn die IT Industrie sei eine sehr dynamische Branche, in der man Flexibilität und Schnelligkeit brauche.

Abzusehen war der steile Aufstieg für den studierten Juristen zunächst nicht. Seit 1996 ist er bereits bei dem Walldorfer Unternehmen – zunächst arbeitet er jedoch in der Rechtsabteilung. Erst 2008 wechselt er in den Finanzbereich. Für das Unternehmen SAP hat er sich bewusst entschieden, denn klar ist ihm von Anfang an, dass er umfassende Verantwortung übernehmen wollte. Das Unternehmen empfindet er als sehr durchlässig – der wichtigste Grund, warum er sich für SAP und gegen den Einstieg in eine Sozietät entscheidet. „Ich wollte kein juristischer Fachexperte werden“, erklärt Mucic, der ursprünglich einmal Archäologie studieren wollte, diesen Schritt. Erhalten hat er sich die Archäologie, insbesondere das Interesse an römischer Geschichte, als Hobby. Auch das passt zu seiner Überzeugung, sich möglichst breit aufzustellen, mit einer klaren Kernkompetenz im Finanzwesen.

Während er sich langsam zum Finanztalent wandelte, hat sich auch SAP verändert. 1996 ist SAP noch ein „mehr oder weniger inhabergeführtes Unternehmen“, erzählt Mucic rückblickend. Mittlerweile sei aus dem früheren noch recht einfach zu steuerndem Ein-Produktunternehmen jedoch ein global agierender Konzern mit einem globalen Management und einer umfassenden Produktpalette geworden.

Wenn man mit Mucic spricht, kann man sich eines Eindrucks nicht erwehren: Sehr zufrieden wirkt der SAP-CFO mit dem, was er bislang getan hat. Doch eines würde er aus heutiger Sicht anders machen. Rückblickend hat sich der dreifache Vater (zu) wenig Zeit für die Familie gegönnt. „Jungen Kollegen empfehle ich, sich Elternzeit zu nehmen, denn diese Zeit kommt nicht wieder“, sagt er. Glücklicherweise würden das junge Talente heute selbstverständlicher einfordern, als es früher bei seiner Generation der Fall gewesen war.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de