FINANCE-TV

18.01.13

01.11.2012 - E&Y-Steuerexperte Stephan Kuhn: „Konzerne müssen ihren Risikoappetit steuern“

Die Verschuldung der westlichen Welt führt zu steigenden Refinanzierungsbedarfen der Konzernen und zu strengerer Auslegung der Steuergesetze. „Staaten weisen ihre Steuerbehörden an, härter zu veranlagen“, sagt Stephan Kuhn, für Ernst & Young zuständig für Tax in den Regionen Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika (EMEIA) im FINANCE-TV-Interview. „Finanzämter wollen viel mehr Offenlegung als früher.“ Auch tauschten sich die Steuerbehörden mittlerweile viel stärker grenzübergreifend aus, um sich ein Bild vom ganzen Konzern machen zu können. Das gelte insbesondere für Multinationals und führe mitunter dazu, dass Tatbestände, die früher noch als legal galten, heute stärker in den Bereich der Vermeidung rücken.

 

Konzerne werden trotzdem an der Steuerplanung festhalten, glaubt Kuhn. „Steuerplanung ist unabdingbar.“ Aber CFOs müssen den Risikoappetit ihrer Konzerne genau kennen und das Steuerthema entsprechend managen. „Konzerne sind hier sehr unterschiedlich“, sagt Kuhn. Kuhn rät zu einem Beziehungsaufbau zwischen Steuerpflichtigen und Finanzämtern, so dass Schwierigkeiten zwischen Konzernen und Behörden vermieden werden können. Wo die Grenze zwischen legaler Steuervermeidung und illegaler Hinterziehung verläuft, erfahren Sie im FINANCE-TV-Interview.

 

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