FINANCE-TV | Märkte

Mehr Krisenfälle, weniger Restrukturierer: Kann das gutgehen?

Von Auto bis Maschinenbau: Branchen im Krisenmodus

Die Workout-Abteilungen der Banken senden beunruhigende Signale: Immer mehr Krisenfälle landen auf den Schreibtischen der Restrukturierungsbanker. Neben Handelsrisiken und einer stotternden Konjunktur kommt in vielen Branchen der Strukturwandel hinzu: „Der ist im Automotive-Bereich noch nicht voll durchgeschlagen, da wird noch mehr kommen“, sagt Georgiy Michailov, Managing Partner der Restrukturierungsberatung Struktur Management Partner. Warum der Werkzeugmaschinenbau dem Automotive-Sektor bald auf den Krisenpfad folgen könnte und welche Rolle Michailov Distressed-Investoren zutraut, verrät er im Talk bei FINANCE-TV.

Autoexperte Pieper: „Die Autoindustrie steht vor der Wende“

Nach einem schwarzen Jahr für die deutsche Autoindustrie glaubt der bekannte Autoanalyst Jürgen Pieper, dass die Branche das Schlimmste hinter sich hat. „Der Kostendruck lässt langsam nach, die Industrie steht vor der Wende – auch bei den Erträgen“, sagte er im Interview mit FINANCE-TV. Doch erst einmal muss die Branche noch einige harte Quartale überstehen. Ob es in dieser Zeit noch zu größeren Pleiten kommen wird und was das derzeitige Kernproblem der deutschen Zulieferer ist, erklärt der Metzler-Analyst heute hier bei FINANCE-TV.

Kapitalmarktgeschäft: „Die Banken spielen ihre Kundennähe nicht aus“

Im Kapitalmarktgeschäft haben die deutschen und europäischen Banken den Anschluss an die US-Wettbewerber verloren, und jetzt „dringen die Amerikaner auch noch in das Herzstück der klassischen Kundenbeziehungen ein“, wie Bankenexperte Mike Kühnel warnt. Warum? „Die europäischen Banken spielen ihre Kundennähe nicht aus, vor allem im Mittelstand“, meint der Partner der Unternehmensberatung Bain & Company. Warum Europas Banken in der Königsdisziplin des Bankings so stark zurückgefallen sind, wie sie sich in Zukunft wieder besser behaupten könnten und warum ausgerechnet die M&A-Beratung ein Hoffnungsträger ist – die Antworten gibt es im heutigen Banken-Talk von FINANCE-TV.

BayernLB-Chefvolkswirt Michels: „Auf Zinswende warten wir noch lange“

Christine Lagarde folgt am 1. November als EZB-Chefin auf Mario Draghi – doch wer durch den Wechsel auf eine rasche Zinswende hofft, dürfte enttäuscht werden: „Auf eine Zinswende werden wir noch lange warten. Auch unter Lagarde wird es weitere Zinssenkungen geben“, erwartet Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB. Er geht davon aus, dass Niedrigzinsen noch die kommenden fünf Jahre an der Tagesordnung sein werden – und dass es schwierig sein wird, den Markt von diesem billigen Geld zu entwöhnen. „Das muss schrittweise erfolgen, wir brauchen eine Art Methadonprogramm“, sagt Michels. Was er Christine Lagarde für ihre Amtszeit zutraut, wo er ihre Stärken und Schwächen sieht und ob er es für möglich hält, dass die EZB bald auch in Aktien investiert, erklärt der Volkswirt im Talk bei FINANCE-TV.

Brexit: „Ein harter Brexit bleibt eine reelle Option“

Erst Fristverlängerung bis Ende Januar, dazwischen Neuwahlen – und dann alles gut? Mitnichten. „Das Brexit-Drama wird weitergehen“, prophezeit Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter der Brexit-Taskforce von Deloitte. „Und ein harter Brexit bleibt eine reelle Option.“ Warum das so ist, weshalb die eigentlich komplexen Verhandlungen erst nächstes Jahr beginnen und ob ein harter Brexit für deutsche Unternehmen überhaupt noch ein Thema wäre, das erklärt Börsch heute bei FINANCE-TV.

Zinsreform: Das kommt auf Banken und Unternehmen zu

Referenzzinssätze sind in vielen Verträgen der Finanzabteilung allgegenwärtig. Doch sie werden sich verändern: Während für die Reform des Referenzzinssatzes Euribor noch die Konsultationsprozesse laufen, ist die Umstellung von Eonia auf Estr bereits weiter fortgeschritten. In zwei Jahren soll die Umstellung auf Estr geschafft sein. Was einfach klingt, bedeutet für die Banken einen enormen Aufwand: „Pro Bank fallen zwei- bis dreistellige Millionenbeträge an“, schätzt Klaus Hölzer, Partner bei Oliver Wyman, den Gesamtaufwand für die Reform der Referenzzinssätze. Auch CFOs und Treasurer sollten die Umstellung nicht unterschätzen, mahnt er: „Es werden fundamentale Änderungen in den Verträgen nötig.“ Welche Herausforderungen er sieht und wo die Reform Verbesserungen bringen kann, berichtet er im Talk bei FINANCE-TV.

Kampf gegen Shortseller: Warum die Bafin in den Fall Wirecard eingriff

Der Zahlungsdienstleister Wirecard ist seit Jahren im Visier von Shortsellern. Nun hat die Bafin Leerverkäufe der Aktie bis Mitte April verboten – ein Novum am deutschen Kapitalmarkt. „Dies war möglich, weil es sich bei Wirecard um einen hochkapitalisierten Marktwert im Dax handelt“, erklärt Hendrik Haag von der Kanzlei Hengeler Mueller. Er sieht im Kampf gegen Short-Attacken aber auch die betroffenen Unternehmen in der Pflicht: Dass etwa Wirecard mehrere Tage gebraucht habe, um eine eigene Stellungnahme zu den strittigen Punkten zu veröffentlichen, habe die Situation verschlimmert, kritisiert der Jurist. Welche Handhabe die Bafin im Kampf gegen Shortseller hat und ob ein Vorgehen wie bei Wirecard auch in anderen Fällen möglich ist, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Sanierer Georgiy Michailov: „Pleitewelle in der Textilbranche wird weitergehen“

Eine Insolvenz im Modehandel jagt die nächste, und das Schlimmste wird erst noch kommen, warnt der Sanierer Georgiy Michailov von der Turnaround-Beratung Struktur Management Partner. „Die Pleitewelle in der Textilbranche wird weitergehen, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagt er im Interview mit FINANCE-TV. Schwierige Wetterphasen, die die Modemanager häufig als Argument für ihre schlechten Zahlen nennen, hält Michailov für eine Ausrede: „Gutes Wetter für den Handel habe ich selten erlebt. Die Probleme sind struktureller Natur.“ Was genau die Modefirmen falsch gemacht haben und ob sie im Angesicht der Pleite jetzt noch auf ihre Banken und Warenkreditversicherer zählen können – die FINANCE-TV-Branchenanalyse.

Investment-Profi Torsten Reidel: „Die Unsicherheit wird bald nachlassen“

Der Dax ist im Sinkflug: Zu Jahresbeginn notierte er deutlich über 13.000 Punkten, jetzt nähert er sich der 11.000er-Marke. Kommt es zum großen Crash? „Wir sehen eine Korrektur in einem reifen Bullenmarkt“, beschwichtigt Torsten Reidel, Geschäftsführer von Grüner Fisher Investments. Er glaubt, dass die Unsicherheit bald nachlassen dürfte – etwa weil sich die Brexit-Pläne konkretisieren, aber auch weil in der kommenden Woche die Midterm-Elections in den USA bevorstehen. Warum die Wahlen ihn auf eine Rückkehr stabiler Börsenkurse hoffen lassen und wann der Abwärtstrend des Dax seiner Einschätzung nach enden dürfte, verrät Torsten Reidel bei FINANCE-TV.

Schwellenländerkrise und Börsenbeben: „Die Fundamente sind immer noch stark“

Die Türkei und Argentinien wackeln, die indische Rupie ist abgestürzt, und auch an den westlichen Märkten sind die Aktien- und Bondkurse ins Rutschen geraten. Lösen die Schwellenländer gerade einen weltweiten Börsencrash aus, so wie schon einmal Ende der 90er-Jahre? „Nein“, meint Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa. „Der Aufschwung endet zwar, aber die Fundamente sind immer noch stark.“ Speziell mit Blick auf Asien präsentiert er sich gelassen: „China stützt die gesamte Region.“ Auf welche Warnzeichen Investoren und Unternehmer dennoch achten sollten und weshalb die Probleme der Schwellenländer die US-Zinswende abwürgen könnten – die aktuelle Analyse hier bei FINANCE-TV.

Die neue Dax-Familie: Das verändert sich bei den Indizes

An der Börse ändert sich Ende September einiges: Große Technologiewerte können neben dem TecDax auch im MDax oder SDax gelistet sein, die Mitgliederzahl dieser beiden Indizes steigt. Umgekehrt werden einzelne Dax-Werte zugleich Teil des TecDax. Kritiker monieren, die Neuordnung könne die Stellung des TecDax schwächen. „Das Gegenteil ist der Fall“, findet dagegen Jan-Carl Plagge, Head of Research der Deutsche-Börse-Tochter Stoxx, die für die Vermarktung der Dax-Indizes zuständig ist. Durch die Einbeziehung großer und liquider Titel aus dem Dax werde der TecDax sogar aufgewertet, meint Plagge.

Kontrovers diskutiert haben die Markteilnehmer auch die Anzahl an Mitgliedsunternehmen, die im MDax und SDax gelistet sein sollen. Nach welchen Kriterien die Grenze gezogen wurde und wie zufrieden er mit den Beiträgen zum Konsultationsprozess war, verrät Plagge im Talk bei FINANCE-TV.

 

Brexit und Fintechs: „Luxemburg ist kein Finanzplatz zweiter Klasse“

Während der Brexit die Londoner Banken nach Frankfurt und Paris treibt und die Fintechs sich in den hippen Metropolen wie Dublin oder Berlin niederlassen, ist es um Luxemburg ruhig geworden. Droht Luxemburg als Finanzplatz ins Hintertreffen zu geraten? „Nein“, behauptet Nicolas Mackel, Chef der Standortagentur Luxembourg for Finance. Die Banken schätzten nach wie vor das besondere Ökosystem und die Internationalität Luxemburgs. „Und für die Fintechs gibt es einen großen Markt und viele potentielle Kunden in Luxemburg.“ Wie Luxemburg sich behaupten will, erzählt Mackel im Talk mit FINANCE-TV.