FINANCE-TV | Märkte

Kampf gegen Shortseller: Warum die Bafin in den Fall Wirecard eingriff

Der Zahlungsdienstleister Wirecard ist seit Jahren im Visier von Shortsellern. Nun hat die Bafin Leerverkäufe der Aktie bis Mitte April verboten – ein Novum am deutschen Kapitalmarkt. „Dies war möglich, weil es sich bei Wirecard um einen hochkapitalisierten Marktwert im Dax handelt“, erklärt Hendrik Haag von der Kanzlei Hengeler Mueller. Er sieht im Kampf gegen Short-Attacken aber auch die betroffenen Unternehmen in der Pflicht: Dass etwa Wirecard mehrere Tage gebraucht habe, um eine eigene Stellungnahme zu den strittigen Punkten zu veröffentlichen, habe die Situation verschlimmert, kritisiert der Jurist. Welche Handhabe die Bafin im Kampf gegen Shortseller hat und ob ein Vorgehen wie bei Wirecard auch in anderen Fällen möglich ist, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Sanierer Georgiy Michailov: „Pleitewelle in der Textilbranche wird weitergehen“

Eine Insolvenz im Modehandel jagt die nächste, und das Schlimmste wird erst noch kommen, warnt der Sanierer Georgiy Michailov von der Turnaround-Beratung Struktur Management Partner. „Die Pleitewelle in der Textilbranche wird weitergehen, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagt er im Interview mit FINANCE-TV. Schwierige Wetterphasen, die die Modemanager häufig als Argument für ihre schlechten Zahlen nennen, hält Michailov für eine Ausrede: „Gutes Wetter für den Handel habe ich selten erlebt. Die Probleme sind struktureller Natur.“ Was genau die Modefirmen falsch gemacht haben und ob sie im Angesicht der Pleite jetzt noch auf ihre Banken und Warenkreditversicherer zählen können – die FINANCE-TV-Branchenanalyse.

Investment-Profi Torsten Reidel: „Die Unsicherheit wird bald nachlassen“

Der Dax ist im Sinkflug: Zu Jahresbeginn notierte er deutlich über 13.000 Punkten, jetzt nähert er sich der 11.000er-Marke. Kommt es zum großen Crash? „Wir sehen eine Korrektur in einem reifen Bullenmarkt“, beschwichtigt Torsten Reidel, Geschäftsführer von Grüner Fisher Investments. Er glaubt, dass die Unsicherheit bald nachlassen dürfte – etwa weil sich die Brexit-Pläne konkretisieren, aber auch weil in der kommenden Woche die Midterm-Elections in den USA bevorstehen. Warum die Wahlen ihn auf eine Rückkehr stabiler Börsenkurse hoffen lassen und wann der Abwärtstrend des Dax seiner Einschätzung nach enden dürfte, verrät Torsten Reidel bei FINANCE-TV.

Schwellenländerkrise und Börsenbeben: „Die Fundamente sind immer noch stark“

Die Türkei und Argentinien wackeln, die indische Rupie ist abgestürzt, und auch an den westlichen Märkten sind die Aktien- und Bondkurse ins Rutschen geraten. Lösen die Schwellenländer gerade einen weltweiten Börsencrash aus, so wie schon einmal Ende der 90er-Jahre? „Nein“, meint Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa. „Der Aufschwung endet zwar, aber die Fundamente sind immer noch stark.“ Speziell mit Blick auf Asien präsentiert er sich gelassen: „China stützt die gesamte Region.“ Auf welche Warnzeichen Investoren und Unternehmer dennoch achten sollten und weshalb die Probleme der Schwellenländer die US-Zinswende abwürgen könnten – die aktuelle Analyse hier bei FINANCE-TV.

Die neue Dax-Familie: Das verändert sich bei den Indizes

An der Börse ändert sich Ende September einiges: Große Technologiewerte können neben dem TecDax auch im MDax oder SDax gelistet sein, die Mitgliederzahl dieser beiden Indizes steigt. Umgekehrt werden einzelne Dax-Werte zugleich Teil des TecDax. Kritiker monieren, die Neuordnung könne die Stellung des TecDax schwächen. „Das Gegenteil ist der Fall“, findet dagegen Jan-Carl Plagge, Head of Research der Deutsche-Börse-Tochter Stoxx, die für die Vermarktung der Dax-Indizes zuständig ist. Durch die Einbeziehung großer und liquider Titel aus dem Dax werde der TecDax sogar aufgewertet, meint Plagge.

Kontrovers diskutiert haben die Markteilnehmer auch die Anzahl an Mitgliedsunternehmen, die im MDax und SDax gelistet sein sollen. Nach welchen Kriterien die Grenze gezogen wurde und wie zufrieden er mit den Beiträgen zum Konsultationsprozess war, verrät Plagge im Talk bei FINANCE-TV.

 

Brexit und Fintechs: „Luxemburg ist kein Finanzplatz zweiter Klasse“

Während der Brexit die Londoner Banken nach Frankfurt und Paris treibt und die Fintechs sich in den hippen Metropolen wie Dublin oder Berlin niederlassen, ist es um Luxemburg ruhig geworden. Droht Luxemburg als Finanzplatz ins Hintertreffen zu geraten? „Nein“, behauptet Nicolas Mackel, Chef der Standortagentur Luxembourg for Finance. Die Banken schätzten nach wie vor das besondere Ökosystem und die Internationalität Luxemburgs. „Und für die Fintechs gibt es einen großen Markt und viele potentielle Kunden in Luxemburg.“ Wie Luxemburg sich behaupten will, erzählt Mackel im Talk mit FINANCE-TV.

Ökostrom-Investments: „Politik muss Geschäftsmodelle belohnen, nicht Stromerzeugung“

Umweltminister Peter Altmaier will die Ökostromsubventionen schon in fünf Jahren komplett auslaufen lassen. Der Ökonom und Energiemarktforscher Ulf Moslener von der Frankfurt School of Finance & Management glaubt, dass das zu einem großen Umbruch im Ökostrombereich führen wird – für die dort tätigen Unternehmen und für die Investoren. „Die Politik muss Geschäftsmodelle belohnen, die Flexibilität in den Strommarkt bringen. Bei der Förderung geht es künftig nicht mehr um Subventionen, sondern um das Marktdesign“, sagte Moslener gegenüber FINANCE-TV. Wie Investoren nach diesem Regimewechsel noch langfristig Geld mit der Erzeugung von Ökostromanlagen verdienen können, beleuchtet er im Gespräch mit FINANCE-TV.

DVFA-Chef Bielmeier: „Aufsichtsrat wird immer mächtiger“

Der Deutschen Bank steht wieder eine chaotische Hauptversammlung bevor. Drei CEO-Wechsel binnen sechs Jahren und die aktuelle Diskussion um die Entlastung des Aufsichtsratschefs Paul Achleitner zeigen einen Trend, der sich auch bei anderen Aktiengesellschaften abzeichnet: „Die Gewichte haben sich in Richtung Aufsichtsratsvorsitzender verschoben, er mischt sich immer stärker in das operative Geschäft des Unternehmens ein“, glaubt Stefan Bielmeier, Chef des Berufsverband der Investment Professionals, DVFA. Muss der Aufsichtsrat selbst stärker kontrolliert werden? Und wie kann das aussehen? Antworten darauf gibt Bielmeier heute im Talk mit FINANCE-TV.

Chefvolkswirt David Kohl: „Zinsdifferenz zu den USA wird sich deutlich ausweiten“

Seit Jahresbeginn haben die Ängste vor einem starken Zinsanstieg die Aktien- und Bondmärkte schon zweimal schwer erschüttert. Vorbei ist die Unsicherheit noch nicht, warnt David Kohl, Chefvolkswirt der Bank Julius Bär: „Die Märkte werden in diesem Jahr unruhiger sein als in den letzten Jahren.“ Hauptgrund: Der Zinskurs der US-Notenbank Fed. „Wir erwarten, dass die Fed die Zinsen noch schneller erhöht als allgemein erwartet. Die Zinsdifferenz zwischen dem Euro- und Dollar-Raum wird sich dadurch deutlich ausweiten“, sagt Kohl im Interview mit FINANCE-TV. Warum das für Investoren und CFOs trotzdem kein Grund ist, unruhig zu werden, sehen Sie im heutigen FINANCE-TV-Talk.

Investor-Relations-Profi Kay Bommer : „Mifid 2 ist eine Revolution“

Zwei Monate nach dem Start hat Mifid 2 tatsächlich die befürchteten Zerrüttungen im Kapitalmarktauftritt kleiner und mittelgroßer Unternehmen angerichtet, meint Kay Bommer, Chef des Investor-Relations-Verbands DIRK. „Die Veränderungen durch Mifid 2 sind revolutionär. Die Nachfrage nach Aktien-Research ist gesunken, und der Kapitalmarktzugang ist für viele Unternehmen nicht mehr so, wie er mal war“, sagte Bommer gegenüber FINANCE-TV. Was genau draußen am Markt passiert und was CFOs und ihre IR-Profis jetzt tun müssen, um bei den großen Investoren auf dem Investmentradar zu bleiben – der FINANCE-TV-Talk zu den Folgen von Mifid 2.

Ratinganalyst Matthias Hellstern : „Unternehmen würden Zinsschock gut verkraften können“

Zinsängste verunsichern die Finanzmärkte. Die Ratingagentur Moody’s hält jedoch sowohl einen Zinsschock als auch eine deutliche Konjunktureintrübung für unwahrscheinlich und glaubt außerdem, dass Europas Konzerne für beides gewappnet wären: „Die meisten CFOs haben die Finanzierung sehr langfristig angelegt. Ein starker Zinsanstieg würde viele Unternehmen erst in vier, fünf Jahren treffen“, beruhigt Moody’s-Analyst Matthias Hellstern im Interview bei FINANCE-TV. Allerdings gibt es Hellstern zufolge deutliche Risikounterschiede zwischen Investmentgrade- und High-Yield-Emittenten: „Die Investmentgrade-Unternehmen haben sich finanzielle Puffer aufgebaut“, so Hellstern – die meisten High-Yield-Emittenten hingegen nicht. Wie sich dieses Lagebild auf die Ausfallraten und Ratings von Moody’s auswirken wird, skizziert er bei FINANCE-TV.

Steuerrechtler: „Die US-Steuerreform hat mehr Verlierer als Gewinner“

Deutsche Bank, Heidelberg Cement, Lanxess, K+S – einige deutsche Unternehmen mussten in Folge der US-Steuerreform ihre Zahlen für 2017 nach unten korrigieren. Auch langfristig könnte das Prestigeprojekt von Donald Trump zur Belastung werden, nicht nur für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Unter den deutschen Unternehmen wird es mehr Verlierer als Gewinner geben“, prognostiziert Christof Zondler, Steuerberater bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz. Warum das so ist, welche Unternehmen besonders betroffen sind und wie CFOs ihre Unternehmen aus steuerlicher Sicht in den USA künftig aufstellen sollen – Zondlers Antworten heute hier bei FINANCE-TV.