FINANCE-TV | Out of the Box

Forensik-Experte Kiess: „Bei Verdachtsfällen nicht vorschnell handeln“

Auffällige Buchungen, merkwürdige Beraterverträge: Wenn der Verdacht aufkommt, ein Mitarbeiter könnte sich bereichert haben, bedeutet dies für CFOs Stress: „Jede Untersuchung ist eine Krisensituation“, sagt Raphael Kiess, Managing Director im Bereich Disputes and Investigations bei Alvarez & Marsal.

 

Dennoch plädiert er dafür, auch in dieser Situation die Ruhe zu bewahren. Oberstes Gebot müsse es sein, mögliche Beweise zu sichern. „Dafür muss man auch die IT-Abteilung einbeziehen.“ Welche Warnsignale CFOs erkennen sollten, um Unregelmäßigkeiten zu entdecken, wie Forensiker bei Verdachtsfällen vorgehen und wie hoch ihre Aufklärungsquote ist, verrät Kiess im Talk bei FINANCE-TV.

 

SAP S/4 Hana: „Erst 3 Prozent haben umgestellt“

Schnell, innovativ und geradezu revolutionär: So pries SAP das neue ERP-System S/4 Hana an, das 2015 auf den Markt kam. Doch seitens der Unternehmen regte sich auch Kritik: zu teuer und zeitaufwendig in der Umstellung. Heute, drei Jahre später, haben erst 3 Prozent auf das neue System umgestellt, berichtet Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG). Grund: „Die Umstellung ist eine Operation am Herzen des Unternehmens.“ Welche Erfahrungen Konzerne bisher bei der Implementierung von SAP S/4 Hana gesammelt haben und wie die Umstellungsquote in ein paar Jahren aussehen wird – Marco Lenck im Talk mit FINANCE-TV.

Finanzkriminalist Seyfi Günay: „Bitcoin ist zu irrelevant für die Banken“

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum erleben als Spekulationsobjekt einen Hype, im realen Wirtschaftsleben und Zahlungsverkehr spielen sie dagegen kaum eine Rolle. Der Finanzkriminalist Seyfi Günay von der Unternehmensberatung Lexis Nexis Risk Solutions glaubt auch nicht, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird: „Verglichen etwa mit Kreditkarten ist das Transaktionsvolumen, das die Bitcoin-Technologie zur Verfügung stellen kann, viel zu gering.“ Weiteres Problem: Bitcoin & Co. sind die Währungen des Darknets und kaum zu kontrollieren: „Die Technologie verändert sich schneller, als die Regulatorik und die Behörden reagieren können“, so Günay. Wie Unternehmen, Banken und Börsen trotzdem einen Fuß in die Bitcoin-Welt setzen können, erklärt er bei FINANCE-TV.

Hacking, Datenklau & Co.: Wie Unternehmen nach Cybercrime-Angriffen richtig kommunizieren

Gestohlene Kundendaten bei Vodafone durch Hacking, unterbrochene Produktion bei Beiersdorf durch Malware: Noch während das betroffene Unternehmen seine Systeme reparieren muss, fordern Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden nähere Informationen. „Man sollte allerdings nur kommunizieren, was tatsächlich gesichert und belegt ist“, rät Thorsten Düß, Director bei der Kommunikationsagentur Weber Shandwick. Wie Unternehmen sich auf die Öffentlichkeitsarbeit in einer solchen Krisensituation vorbereiten können, welche Besonderheiten börsennotierte Unternehmen beachten müssen und auf welche Abteilungen es im Ernstfall ankommt, das und mehr erfahren Sie hier bei FINANCE-TV.

BSI-Vize Schabhüser: „Informationssicherheit ist Chefsache“

Kein Zugriff auf Daten, kein normaler Produktionsbetrieb: Unternehmen wie Beiersdorf oder Maersk mussten in den vergangenen Monaten miterleben, wie Angriffe auf die IT ein Unternehmen ins Chaos stürzen können. Wer sich schützen will, sollte das Thema auch organisatorisch weit oben verankern, fordert Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. „Informationssicherheit ist Chefsache“, findet er. Er rät Unternehmen, eine Angriffssituation einmal zu simulieren. „Die Prozesse, die im Notfall greifen, sollte man üben“, sagt er. Welche Fallstricke im Angriffsfall lauern und welche Schritte Unternehmen umsetzen sollten, um es Angreifern so schwer wie möglich zu machen, erklärt Schabhüser bei FINANCE-TV.

Was der neue Bestätigungsvermerk für CFOs bedeutet

In vielen der Geschäftsberichte, die Unternehmen in den vergangenen Wochen vorgelegt haben, findet sich jetzt auch der neue Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers – inklusive der wichtigsten Punkte, die während der Prüfung behandelt wurden (Key Audit Matters). Gerade wenn es dabei um sensible Unternehmensthemen geht, müssen CFOs aufpassen: „Es ist denkbar, dass sich die Fragen der Investoren auf den Hauptversammlungen auf eben diese Themen konzentrieren werden“, sagt Ulrich Skirk, Vorstandsmitglied bei der Wirtschaftsprüferkammer. Was auf die CFOs zu kommt, berichtet Skirk heute im Talk mit FINANCE-TV.

Digitalisierung des Firmenkundengeschäfts: „Die Banken investieren zu wenig“

Schuldscheine, Supply Chain Finance, Devisenhandel: Die Banken verlieren in immer mehr Bereichen des Firmenkundengeschäfts die Hoheit an die aufstrebenden Fintechs. Das ist zum Teil selbstverschuldet: „Was die Banken in die Digitalisierung ihres Firmenkundengeschäfts investieren, ist zu wenig“, findet der Bankenexperte Marco Zimmer vom Banken-Beratungshaus zeb. Welche Geschäftssegmente als nächstes disruptiert werden und wie die Banken darauf reagieren sollten, verrät Zimmer im FINANCE-TV-Interview.

IDW-Vorstand Feld: „Durch Automatisierung wird nicht alles günstiger“

Wo früher die Wirtschaftsprüfer umfassende Zahlenkolonnen abgleichen mussten, können heute intelligente Algorithmen immer mehr Routineaufgaben übernehmen. Viele Unternehmen hoffen dadurch auf sinkende Preise – doch womöglich vergebens. „Die Erwartungen, dass durch die Automatisierungen alles günstiger wird, muss man dämpfen“, schränkt Klaus-Peter Feld ein. Der Vorstand des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) sieht insbesondere mittelständische WP-Häuser vor großen Herausforderungen, denn die Investitionen in neue Technologien sind hoch. „Wir werden mehr Kooperationen sehen“, glaubt Feld daher.

Fußballfinanzen: „Die Bundesliga kann die Finanzlücke zu England nicht schließen“

Der Fußball boomt, doch die weltweit immer größer werdenden TV-Verträge lassen den Rückstand der deutschen Klubs auf ihre englischen Pendants immer weiter wachsen. An eine Trendwende glaubt Karsten Hollasch, Fußballfinanzexperte der Unternehmensberatung Deloitte, nicht: „Die Bundesliga wird diese Lücke nicht wieder schließen können“, sagt er bei FINANCE-TV. Gleichzeitig weist er aber den Eindruck zurück, dass selbst der deutsche Rekordmeister Bayern München wirtschaftlich den Anschluss an die internationalen Topklubs verliere. Ob die Bayern es aber jemals schaffen können, umsatzstärkster Fußballklub der Welt zu werden? Die Antwort auf diese und andere Fragen gibt Karsten Hollasch bei FINANCE-TV.

Moderne CFO-Organisationen: „Effizienzdruck ist ein Thema”

Auf den ersten Blick ist es ein Widerspruch: Viele CFOs wollen ihre Abteilungen effizienter aufstellen, doch neue Technologien, mit denen sich Prozesse automatisieren lassen, werden bislang nur von wenigen eingesetzt: „Die Umsetzung ist noch am Anfang. Vielen CFOs fehlen einfach noch die Erfahrungswerte“, beobachtet Achim Wenning, Head of CFO Strategy & Transformation bei Horváth & Partners. Doch das wird sich ändern, prognostiziert Wenning: Er glaubt, dass sich in den CFO-Organisationen die Funktionen Accounting, Controlling und Treasury zunehmend vermischen werden. Wie er zu dieser Einschätzung kommt und wie CFOs den Wandel der Organisation aufsetzen sollten, berichtet Wenning im Talk bei FINANCE-TV.

Headhunter Krischke: „Jeder zweite Banker will zu einem Fintech“

Boomende Fintechwelt auf der einen, die darbende Bankenwelt auf der anderen Seite. Dieses Gefälle übt einen immer größeren Sog selbst auf gestandene Banker aus. „Mehr als jeder zweite Banker liebäugelt nach meiner Einschätzung mit einem Wechsel zu einem Fintech“, sagte der auf die Finanzbranche spezialisierte Headhunter Andreas Krischke heute im Interview mit FINANCE-TV. Wie viele aber tatsächlich den Mut haben, diesen Schritt zu wagen, und ob ihre Karrieren verbrannt sind, wenn ihr neuer Arbeitgeber scheitert – die Antworten gibt es hier bei FINANCE-TV.

Big Four: „Wirtschaftsprüfung wird Randgeschäft“

Der Markt der Wirtschaftsprüfer ist derzeit massiv im Umbruch: Wegen der gesetzlichen Abschlussprüferrotation verlieren die Big Four (KPMG, PwC, Deloitte und EY) lukrative Mandate und versuchen gleichzeitig, mehr Umsatz durch das Beratungsgeschäft zu generieren. „Wenn sich an den gesetzlichen Vorgaben nichts ändert, wird die Wirtschaftsprüfung in einigen Jahren zum Randgeschäft“, glaubt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei dem Marktforscher Lünendonk & Hossenfelder. Welche Big-Four-Gesellschaft bei der Mandatsverteilung die besten Karten hat und ob die kleineren Wirtschaftsprüfer („Next Ten“) überhaupt noch Chancen auf große Kunden haben, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.