FINANCE-TV | Out of the Box

Bilanztricks: „Unter Druck drücken die Bilanzprüfer oft ein Auge zu“

Immer wieder erschüttern Bilanzskandale die Finanzmärkte. Dabei gibt es im Vorfeld durchaus Warnzeichen, die man erkennen könnte, findet die Bilanzexpertin Carola Rinker: „Es kann zum Beispiel verdächtig sein, wenn sich die Unternehmenzahlen viel besser als beim Rest in der Branche entwickeln“, sagte Rinker im Interview mit FINANCE-TV. Ebenfalls sollte skeptisch machen, wenn der Abschlussprüfer häufig gewechselt wird – das könnte darauf hindeuten, dass er die Zahlen nicht absegnen wollte, so Rinker, die auch für das BKA Seminare zum Aufspüren von Bilanzfälschern gibt. Wo die Grenze zwischen legaler Bilanzkosmetik und illegaler Bilanzfälschung liegt und warum Abschlussprüfer sich schwer tun, alle Manipulationen zu finden – der Talk bei FINANCE-TV.

Kündigung von Top-Bankern: „Bald ohne Angabe von Gründen möglich“

Der Kündigungsschutz für Top-Verdiener im Banking wird gelockert. Auf sogenannte Risikoträger mit einem Jahresfixum von deutlich über 200.000 Euro kommen Änderungen zu: „Banken können sich künftig von diesen Leuten trennen, ohne Gründe anzuführen“, erklärt Arbeitsrechtler Michael Magotsch von der Kanzlei Bryan Cave Leighton Paisner. Das damit verbundene Ziel: Deutschland soll attraktiver werden für Banken, die an ihren Standorten im Ausland einen weniger strikten Kündigungsschutz gewohnt sind. „Man hat erkannt, dass hier etwas passieren muss, damit Frankfurt wettbewerbsfähig ist“, sagt Magotsch. Welche Banker künftig als Risikoträger gelten, wie Entlassungen künftig ablaufen und was das für die Abfindungen im Kündigungsfall bedeutet, erklärt der Jurist im Talk bei FINANCE-TV.

„Aufspaltung der Big Four wäre keine Lösung“

Hat die viel diskutierte Abschlussprüferreform wirklich die Qualität der Wirtschaftsprüfung verbessert? Immer mehr Kritiker sind sich da nicht mehr so sicher – und fordern strengere Regeln für die Wirtschaftsprüfer. Im Gespräch sind eine weitere Verkürzung der Rotationsfristen für Prüfmandate oder eine stärkere Trennung von Prüfung und Beratung. Das Institut für Wirtschaftsprüfer hält davon wenig: „Unter zu häufigen Wechseln könnte die Prüfqualität erst recht leiden“, warnt Vorstandssprecher Klaus-Peter Naumann im Gespräch mit FINANCE-TV. Was Naumann selbst von der Prüfreform hält und wie er die Debatte in UK um eine mögliche Aufspaltung der Big Four sieht – der Talk mit FINANCE-TV.

„Say on Pay“: Einfluss der Aktionäre auf die Vergütungspolitik wächst

Mit einer neuen Richtlinie wächst der Einfluss der Hauptversammlungen auf die Gehaltspolitik in Unternehmen: Sie dürfen künftig über die Vergütungspolitik abstimmen. „Das ist eine Kompetenzverlagerung in die Hauptversammlung hinein“, sagt Regine Siepmann, Partnerin der Unternehmensberatung hkp Group. Doch für die Investor-Relations-Abteilungen bedeutet das viel Arbeit. Denn von vielen institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern wissen die Unternehmen bislang nicht, nach welchen Kriterien sie bei „Say on Pay“ überhaupt abstimmen. „Da hilft nur ein intensiver Dialog“, rät Siepmann. Welche Lerneffekte sie erwartet und was sie davon hält, dass das Votum der Hauptversammlungen nicht-bindend ist, verrät sie bei FINANCE-TV.

Agiles Fintech, harte Regulatorik: Wie gelingt die Kooperation mit Banken?

Banken und Fintechs setzen immer stärker auf Kooperationen, wie die neue Studie „Liebe auf den dritten Blick: Wie Firmenkunden-Fintechs und Banken zusammenfinden“ von FINANCE, ING und CMS zeigt. Allerdings müssen die Fintechs bei Kooperationen mit Banken strenge Vorgaben erfüllen – sowohl solche der Regulierungsbehörden als auch interne der Banken. „Werden wichtige Vorgaben nicht erfüllt, können wir mit einem Fintech nicht zusammenarbeiten“, macht Andreas Becker, Leiter des Firmenkundengeschäfts der ING In Deutschland und Österreich, klar. Wie viele Fintechs bereits in der Lage sind, alle Vorgaben zu erfüllen, und wo Banken und Fintechs noch mehr voneinander lernen können, erklärt Becker im Talk bei FINANCE-TV.

DVFA-Vorstand Peeters: „Non-GAAP-Zahlen dürfen nicht zu Verunsicherung führen“

Adjustierte Umsatzerlöse oder um Sondereffekte bereinigte Gewinne – fast alle Unternehmen verwenden in ihrer Berichterstattung nicht nur Kennzahlen, die nach den Bilanzierungsregeln erstellt wurden, sondern auch sogenannte „Non-GAAP Measures“. Diese würden den Investoren und Analysten ein besseres Bild der tatsächlichen Ertragslage geben und damit die Transparenz erhöhen, so ihr Argument. Das sei im Kern auch nicht falsch, meint Roger Peeters, Vorstandsmitglied beim Verband der Investment Professionals (DVFA), schränkt aber ein: „Es ist auffällig, dass die bereinigten Zahlen im Querschnitt besser sind als die berichteten.“ Bei FINANCE-TV warnt er, dass es „gefährlich“ sei, wenn adjustierte Kennzahlen „nicht nachvollziehbar bereinigt werden“. Welche Bereinigungen zu weit gehen und wie Konzerne ihre Non-GAAP-Berichterstattung überzeugender gestalten können – der Talk mit Roger Peeters bei FINANCE-TV.

WTS-Chef Fritz Esterer: „KI wird zum Standard gehören“

Eigentlich bietet der Steuerbereich die perfekten Rahmenbedingungen für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Und doch werden die neuen Technologien dort bisher kaum genutzt. Das Problem: „Steuerabteilungen sind noch nicht weit genug digitalisiert, um KI einsetzen zu können“, sagt Fritz Esterer, CEO der Steuerberatungsgesellschaft WTS. Was alles passieren muss, damit die neuen Technologien ihr volles Einsparpotenzial entfalten können und warum KI in fünf Jahren zum Standardrepertoire von Steuerabteilungen gehören wird – der FINANCE-TV-Talk mit Fritz Esterer.

Aufsichtsrätin Simone Menne: „Ich bin für die Quote“

Als CFO verantwortete Simone Menne die Finanzen bei Lufthansa und Boehringer Ingelheim, heute ist sie Aufsichtsrätin unter anderem bei der Deutschen Post und BMW. Sowohl in Vorständen als auch in Aufsichtsräten wünscht sie sich mehr Diversität, doch der Weg ist noch weit. „Ich bin für die Quote. Zumindest für eine bestimmte Zeit“, sagt Menne im Interview mit FINANCE-TV. Diese Überzeugung hatte sie nicht von Anfang an, jedoch seien die Fortschritte ohne Quote einfach zu gering: „Wir müssen auch für Vorstandsbesetzungen konkrete Zielsetzungen vorgeben.“ Dass Frauen im beruflichen Kontext häufig noch zu wenig Gehör finden, liegt Mennes Einschätzung nach auch daran, dass sie anders kommunizieren als ihre männlichen Kollegen. Welche Tipps sie für Frauen hat, welche Stereotypen beide Seiten überwinden müssen und in welchem Jahr der Anteil von Frauen auf CFO-Positionen auf über 30 Prozent ansteigen wird – Simone Mennes Einschätzungen bei FINANCE-TV.

Headhunter Ron Weihe: „Ex-Banker zeigen starke Leistungen als CFOs“

„Der Drang von Bankern auf CFO-Posten hat zugenommen“, beobachtet der Personalberater Ron Weihe von Russell Reynolds. Beleg: Die beiden bekannten Banker Helene von Roeder und Alexander Doll haben die prestigeträchtigen CFO-Posten bei Vonovia und der Deutschen Bahn ergattert. „Und die Performance der früheren Banker in ihren neuen CFO-Jobs ist stark“, lobt Weihe im Interview mit FINANCE-TV. Warum das so ist und bei welchen CFO-Jobs Banker sich konkret aktuell gute Chancen ausrechnen können – die Antworten nur hier bei FINANCE-TV.

„Krypto-Assets sind ein Paradigmenwechsel“

Um Krypto-Assets ist ein regelrechter Hype entstanden. Längst geht es um mehr als Bitcoin und Blockchain: Spezialfonds ermöglichen es Anlegern mittlerweile auch schon, in die dahinterliegende Infrastrukturtechnologie zu investieren. „Die Technologie steht noch ganz am Anfang. Für Investoren bietet das exponentielle Wachstumschancen”, verspricht Laurenz Apiarius, Gründer des Asset-Managers Blockwall, der nach eigenen Angaben den ersten von der Finanzaufsicht Bafin zugelassenen reinen Krypto-Asset-Fonds aufgelegt hat. Warum Krypto-Assets einen Paradigmenwechsel darstellen, was die neue Anlageklasse von Venture Capital unterscheidet, und was Investoren vor Betrügern schützt – Apiarius‘ Antworten heute hier bei FINANCE-TV.

Bilanzpolizei-Chef Ernst: „Geldbußen bringen nichts“

Ob Enron, Steinhoff oder KTG Agrar: Immer wieder erschüttern Bilanzskandale die Finanzmärkte. Um diese zu verhindern, wurde vor rund 13 Jahren die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) gegründet. „Seitdem ist die Fehlerquote runtergegangen, und gute Bilanzierung hat eine höhere Gewichtung in den Finanzabteilungen bekommen“, sagt der DPR-Chef Edgar Ernst im Talk mit FINANCE-TV. Trotzdem: Immer noch machen Unternehmen Fehler in der Bilanzierung. Woran das liegt und warum Geldbußen auch keine Lösung sind – der Talk mit Edgar Ernst.

Gehälter: „Finance ist eine Zukunftsbranche“

In vielen Unternehmen stehen die Gehaltsgespräche vor der Tür. Springen auch in diesem Jahr für die Finanzspezialisten wieder satte Gehaltserhöhungen heraus? Die Recruiterin Katharina Hain von der Agentur Hays hält das für wahrscheinlich: „Wir haben immer noch einen Kandidatenmarkt, und Finance ist eine Zukunftsbranche. Die CFOs haben erkannt, dass sie die Geldbeutel aufmachen müssen“, sagte sie im Interview mit FINANCE-TV. Wie weit sie die Schatulle öffnen und welche Finanzer im Gehaltspoker aktuell die besten Karten haben, erfahren Sie hier im FINANCE-TV-Talk.