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3 Monate nach dem IPO: Hess feuert CFO und CEO

Bilder aus besseren Tagen: Ex-Hess-CEO Hess und Ex-CFO Ziegler mit Bulle und Bär.
Hess

Der Börsenneuling Hess trennt sich mit sofortiger Wirkung von CEO Christoph Hess und CFO Peter Ziegler. Wie der Leuchtenhersteller aus Villingen-Schwenningen per Ad-hoc-Mitteilung verlauten ließ, hätten interne Recherchen den Verdacht gestützt, dass es „wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum mit Kenntnis des Vorstands“ zu Verstößen gegen Bilanzierungsregelungen gekommen ist. Seit 2011 sollen fingierte Umsätze gebucht worden seien.

So wurden in den beiden für die Vorbereitung des IPO wesentlichen Finanzberichten 2011 und 2012 nicht bestehende Umsatzerlöse dargestellt, die die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage als zu positiv ausgewiesen hätten. Die Aktie ist daraufhin steil abgestürzt.

Bilanzskandal als Killer für das IPO-Klima?

Zugleich habe man Till Becker in den Vorstand berufen, so Hess, und wolle „eine wirtschaftliche und rechtliche Sonderuntersuchung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte durchführen“.

Der Skandal könnte wie ein sibirischer Kälteeinbruch für den ohnehin fragilen IPO-Frühling in Deutschland wirken. Der unternehmergeführte schwäbische Leuchtenhersteller war bei seinem Börsengang im Oktober als ein möglicher Eisbrecher für den deutschen Mittelstand gehandelt worden.

Noch im Dezember hatte Hess-CFO Peter Ziegler über den Börsengang berichtet und dabei seine leichte Enttäuschung über den notwendigen Preisabschlag zum Ausdruck gebracht: „Das waren spannende Tage, und nicht nur im positiven Sinne.“  Interessant dabei: Die Altgesellschafter haben ihre Anteile beim IPO nicht abgegeben. Private-Equity-Gesellschafter Holland Private Equity hat seinen Anteil sogar von 16 auf 20 Prozent aufgestockt.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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