Schwur gebrochen: Immer wieder kommen Bilanzskandale ans Licht – warum verhindern Wirtschaftsprüfer sie nicht?

Arndt Benedikt

FINANCE+ 07.09.18
Finanzabteilung

Die neuen Bilanzskandale – und die Rolle der Wirtschaftsprüfer

Viele Jahre nach der Enron-Pleite schocken Bilanzskandale wie bei Steinhoff die Finanzmärkte. Wieder stehen die Wirtschaftsprüfer am Pranger. Viele Maßnahmen zur Verhinderung von Manipulationen laufen ins Leere oder wurden zu spät eingeführt.

14 Milliarden Euro vernichteter Börsenwert, 11 Milliarden Euro Abschreibungen und eine Klage nach der anderen: Innerhalb weniger Monate ist aus dem vermeintlich erfolgreichen Vorzeigekonzern Steinhoff ein Skandalunternehmen geworden, das um sein Überleben kämpft.

Dabei ging es für Steinhoff jahrzehntelang nur in eine Richtung: nach oben. 1964 gründete Bruno Steinhoff das Möbelunternehmen im niedersächsischen Westerstede. Zuletzt zählten über 40 verschiedene Handelsketten mit 12.000 Läden auf der ganzen Welt zu dem Möbelimperium, darunter bekannte Marken wie die deutsche Poco oder Kika/Leiner aus Österreich. Für das Geschäftsjahr 2016 vermeldete Steinhoff noch einen Umsatz von über 13 Milliarden Euro, ein Plus von satten 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch im Dezember 2017 ging die Bombe bei dem Unternehmen hoch: Die Wirtschaftsprüfer verweigerten das Testat, nachdem das Analysehaus Viceroy schwere Vorwürfe bis hin zur Bilanzmanipulation erhoben hatte. Der Wert vieler Immobilien in dem undurchsichtigen Firmengeflecht musste schließlich um Milliarden abgeschrieben werden, die Geschäftsberichte der Jahre 2016 und 2015 wurden zurückgezogen.

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