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30.01.13
Finanzabteilung

Goodwill und Pensionen im Fokus

CFOs müssen auch im laufenden Jahr besonderes Augenmerk auf die Bilanzierung von Goodwill-Impairments und auf die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen legen. Diese beiden Problemfelder will die DPR auch 2013 schwerpunktmäßig prüfen.

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat ihren Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr und die daraus resultierenden Schwerpunkte für Prüfungen im Jahr 2013 vorgestellt. Auch im laufenden Jahr will sich die DPR vor allem auf die Wertminderung immaterieller Vermögenswerte (Goodwill), die Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, Konzernlageberichte und zuletzt Fehlerkorrekturen konzentrieren. Die Schwerpunkte sind die gleichen wie 2012 und reflektieren die derzeit häufigsten Fehler in der Rechnungslegung der Unternehmen.

Im vergangenen Jahr hatte die DPR insgesamt 113 Unternehmen geprüft, wovon 110 Prüfungen stichprobenartig und drei anlassbezogen durchgeführt wurden. Die Fehlerquote lag mit 16 Prozent deutlich unter der des Vorjahres (25 Prozent). Nach Aussage von DPR-Präsident Edgar Ernst sei diese positive Entwicklung auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen sei die Anzahl der Anlassprüfungen, bei denen die Fehlerquote in der Regel sehr hoch ist, merklich gesunken. Zum anderen seien viele Unternehmen bereits ein zweites Mal geprüft worden, so dass gewisse Problemfelder mehr Aufmerksamkeit erhielten. Darüber hinaus erhalte der DPR größere Aufmerksamkeit von geprüften Unternehmen, und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage verleite Konzerne weniger zu einer ungenauen Bilanzierung.

Mehr Fehler bei KMU

Ernst zufolge seien die meisten Bilanzierungsfehler auf eine mangelhafte Berichterstattung im Lagebericht und im Anhang, sowie auf Anwendungsschwierigkeiten einzelner IFRS-Standards zurückzuführen. Die häufigsten Einzelfehler seien bei Goodwill-Impairments im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen bzw. -verkäufen sowie bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten registriert worden. DPR-Vizepräsident Axel Berger betonte, dass die Fehlerquote bei kleineren, nicht gelisteten Unternehmen deutlich höher sei, als bei großen Unternehmen, die einem Index angehören – eine Tendenz, die sich 2012 sogar verstärkt hat.

Um die Qualität der Rechnungslegung zu verbessern, will die DPR künftig einen noch engeren Dialog mit den Wirtschaftsprüfern pflegen. Darüber hinaus wolle man nicht nur Fehler, sondern auch Hinweise für künftige Bilanzierungen veröffentlichen, um präventiv Schwachstellen vorzubeugen, sagt der DPR-Chef. Auf europäischer Ebene hat sich die DPR insbesondere Verbesserungen bei der Bilanzierung des Goodwill auf die Fahnen geschrieben, eine der größten Herausforderungen für die Abschlussersteller. Nach Meinung von Ernst sei in dieser Sache inzwischen ein Umdenken beim Standardsetzer IASB zu beobachten.

Stabsübergabe bei der DPR

Zeitgleich zur Veröffentlichung des Tätigkeitsberichts 2012 machte die DPR einen Führungswechsel bekannt: Bettina Thormann wird zum 1. Juli 2013 Axel Berger als Vizepräsident der Prüfstelle ablösen. Berger, der altersbedingt ausscheidet, hatte das Amt seit der Gründung der DPR im Jahr 2005 inne. Thormann arbeitete vor ihrem Eintritt in die DPR im Jahr 2005 bei Pricewaterhouse und trat anschließend eine Professur bei der Fachhochschule Bielefeld im Bereich Unternehmensprüfung an.

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