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Nachhaltige Konzerne steigern den Markenwert

Nachhaltigkeitsberichte werden in deutschen Unternehmen immer gefragter und beliebter. Laut einer aktuellen KPMG-Analyse unter den 100 umsatzstärksten Firmen in Deutschland informierten 2011 knapp 90 Prozent der untersuchten Firmen ihre Anleger und Stakeholder über entsprechende Aktivitäten ihres Unternehmens. 2008 erstellten erst 83 Prozent der Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht. Dabei ist es für die Unternehmen wichtiger geworden, die Nachhaltigkeitsberichte extern kontrollieren zu lassen. Dies stütze die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Berichte. Oft werden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu Rate gezogen. 2008 waren nur ein knappes Viertel der Berichte von Dritten überprüft worden, aber 2011 waren es schon 35 Prozent. Dazu zeichnet sich ein Trend ab, dass mehr Unternehmen ihre Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung zusammen legen. „Das ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer vollständig integrierten Berichterstattung, die über die Unternehmensleistung, die finanzielle Lage und die Nachhaltigkeitsaktivitäten informiert“, sagt Jochen Pampel, Head of Sustainability Services, der die Studie durchgeführt hat.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Für 84 Prozent der Befragten sind wirtschaftliche Motive der wichtigste Grund von Nachhaltigkeitsberichten. Dazu zählen die Verbesserung der Reputation der Marke, die Steigerung der Innovationskraft neuer Produkte und Dienstleistungen, eine erhöhte Mitarbeitermotivation, eine leichtere Kapitalbeschaffung oder ein erhöhter Unternehmenswert. Aber auch ethische Motive spielen bei immerhin 69 Prozent aller und 60 Prozent der Dax-Unternehmen eine Rolle.

Langfristig könnte der Nachhaltigkeitsnachweis, auch auf die gesamte Lieferketten ausgeweitet werden. Schon 87 der 100 Unternehmen geben auch nachhaltigkeitsbezogene Informationen über ihre Zulieferer bekannt. „Unternehmen legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit in der Lieferkette, weil entsprechende Missstände zu unmittelbarem Reputationsschäden führen können“, sagt Pampel. „In der Wahrnehmung von Kunden und Öffentlichkeit werden sie dem Unternehmen zugeschrieben.“

gerrit.appeldorn[at]finance-magazin.de