Newsletter

Abonnements

Prüfungsausschüsse überwachen, beraten, nerven

Alles im Blick: EY-Experte Richard Wilson spricht über die manchmal schwierige Beziehung von Prüfungsausschuss und Finanzvorstand.
Ernst & Young LLP

Expertise im Prüfungsausschuss

Das Gegenteil scheint für Bilanzierungsfragen zuzutreffen. Wilson sagt, es sei für Prüfungsausschüsse deutlich schwieriger geworden sei, mit regulatorischen Änderungen Schritt zu halten. Vor allem internationale und US-Rechnungslegungsstandards seien in den vergangenen Jahren immer komplizierter geworden. „Wenn Sie nicht tagtäglich mit diesen Veränderungen zu tun haben, wird es schwierig werden, immer auf dem aktuellen Stand zu sein“, sagt er.

Dies wirft auch eine der umstrittensten Fragen über Prüfungsausschüsse und sogar die Arbeit von Aufsichtsratsmitgliedern im Allgemeinen auf: die Frage der Vergütung.  Laut Wilson hat die Bezahlung nicht Schritt gehalten mit der wachsenden Verantwortung. Prüfungsausschüsse seien „wahrscheinlich“ unterbezahlt, meint er, und verweist auf die sich weitende Kluft zwischen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern.

Einschränkend fügt Wilson hinzu, dass es ein „schwieriger Balanceakt“ sei, das richtige Vergütungsniveau zu finden. Es müsse hoch genug sein, um das Engagement der Ausschussmitglieder zu erhalten, ohne ein zu wichtiger Teil der Motivation zu werden. „Wenn Aufsichtsräte nur wegen des Geldes dabei sind, besteht ein Risiko, dass ihre Unabhängigkeit angefochten wird. Denn sie müssen fürchten, dass ihr Gehalt sinkt, wenn sie unbequeme Fragen stellen.“

steven.arons[at]finance-magazin.de