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PwC: Dax-CFOs informieren Investoren oft unzureichend

Will sich Thyssen-CFO Guido Kerkhoff von Investoren wirklich in die Karten schauen lassen?
Thyssen

Unternehmen lassen die Gelegenheit ungenutzt, Investoren, Banken und andere Stakeholder umfassend zu informieren und die Stärken gegenüber den Wettbewerbern herauszustellen. Besondere Schwächen zeigen die Dax-Konzerne bei der Darstellung ihrer Unternehmensstrategie. Nur ein Fünftel der deutschen Topkonzerne mache einer Bilanzanalyse der Berater von PwC zufolge strategische Ziele und Prioritäten durch die Nennung von Kennzahlen überprüfbar. Prioritäten, Maßnahmen und Zeithorizonte nennt nur rund ein Drittel der Unternehmen.

Kern des Integrierten Reportings ist die Verknüpfung der relevanten Berichtssegmente mit Strategie, Dauerhaftigkeit und den wichtigsten Kennzahlen. Stattdessen verstellte die übliche Art des Reportings, das sich – so der Vorwurf von PwC – in zahllosen, gleichwohl unverbundenen Zahlen verliert – den Blick auf das Wesentliche. „Investoren und andere Stakeholder erkennen nur noch Bäume, aber keinen Wald“, sagt Armin Slotta, der bei PwC den Bereich Accounting Advisory Services leitet.

CFOs verbergen Problemkinder im Reporting

Aber vielleicht ist genau das in vielen Fällen gewollt. Schließlich lassen sich CFOs nur ungern in die Karten schauen bzw. nicht, wenn das Blatt schlecht ist. Nur ungern dürften die vergangenen Thyssen-Krupp-CFOs Ullrich Middelmann (2001-2010 ) Alan Hippe (2009- März 2011) detaillierte Zahlen aus den Milliardengräbern in den USA und in Brasilien berichten – auch Siemens-CFO Joe Kaeser dürfte nicht sehr erpicht sein, den Kapitalmarkt zu tief in die Problemsparten Energie und Osram hineinblicken zu lassen – bis zu dem Punkt jedenfalls, an dem die Probleme eingedämmt erscheinen.

Das Konzept des integrierten Reportings beruht auf den im September 2011 vorgestellten Diskussionsvorlage des International Integrated Reporting Council (IIRC), das ein flexibles Rahmenwerk  für eine globale Neuausrichtung des Unternehmensreportings schaffen sollte. Seit Oktober 2011 läuft eine Pilotphase, an der weltweit 80 Unternehmen aus einer Vielzahl von Sektoren teilnimmt. An dem Pilotprogramm nehmen auch 25 institutionelle Investoren teil. So soll sichergestellt werden, dass die behauptete Value-Relevanz des Integrierten Reportings auch in kapitalmarktbasierte Entscheidungen einfließen.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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