Ein „Weiter so!“, ist für Controller keine Option mehr, meint Utz Schäffer, Direktor des Instituts für Management und Controlling (IMC) der WHU – Otto Beisheim School of Management.

WHU

FINANCE+ 06.09.19
Finanzabteilung

„Controller müssen jetzt kämpfen“

Die Digitalisierung wird die Arbeit im Controlling nachhaltig verändern. Controller müssen jetzt endlich Gas geben, um nicht von Data Scientists abgehängt zu werden, meint Ökonom Utz Schäffer.

Herr Schäffer, seit Jahren kursiert das Szenario, die Digitalisierung werde das Controlling irgendwann abschaffen. Droht das wirklich?
Klar ist: Perspektivisch wird alles automatisiert werden, was stabil und vorhersagbar ist. Auch Manager werden manches selbst machen, was heute noch Controller-Aufgabe ist. Damit fällt für Controller ein Großteil ihrer bisherigen Aktivitäten weg, und ein "Weiter so!" ist keine Option. Es gilt aber auch: Controlling als Funktion wird wichtiger denn je. Das Vermeiden eines unkritischen Umgangs mit Big Data und Methoden der künstlichen Intelligenz, die übergreifende betriebswirtschaftliche Bewertung und Steuerung von End-to-End-Prozessen und die Verbindung der Regelsteuerung mit agilen Organisationsformen – all das sind Herausforderungen, für die es qualifizierte Controller braucht.

In vielen Unternehmen werden manche dieser Aufgaben nicht von Controllern, sondern zum Beispiel von Data Scientists übernommen. Haben die Controller den Anschluss verpasst?
Die Gefahr droht in der Tat. Heute liefern Controller die akzeptierte Zahlenbasis für die finanzielle Steuerung des Unternehmens. Eine ähnliche Position für nichtfinanzielle Steuerungsgrößen hat das Controlling aber nur selten. Wollen Controller weiter die Single Source of Truth im Unternehmen sein, müssen sie ihr Know-how bei den nichtfinanziellen Steuerungsgrößen stärken und auch bei der Analyse von Big Data sprechfähig werden. Es ist noch nicht zu spät, aber Controller müssen jetzt kämpfen.

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