Hansgrohe

09.05.12
Finanzabteilung

Hansgrohe-CFO: "Die Zyklen werden immer härter"

Der Badarmaturenhersteller Hansgrohe hat gute Zahlen vorgelegt, und doch beklagt CFO Siegfried Gänßlen die große Volatilität der Absatzmärkte. Er kämpft dagegen an, indem er sein Controlling immer stärker am Markt ausrichtet.

2011 war ein gutes Jahr für den Badarmaturenhersteller Hansgrohe, der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 764 Millionen Euro, aber wegen hoher Rohmaterialkosten stagnierte das Ebit bei 129 Millionen Euro. CFO und Vorstandschef Siegfried Gänßlen kämpft mit der Konjunktur: „Die Zyklen werden immer härter, wir managen fast nur noch Auf- und Abschwung.“ Er reagiert darauf, indem er seine Controller noch näher an das operative Geschäft heranrückt, berichtete Gänßlen im Interview bei FINANCE-TV. „Unser Controlling ist stark marktorientiert, wir bilden unsere Controller direkt an der Wertschöpfungskette aus. Sie sitzen in der Produktion, in den Emerging Markets, sie haben Kunden- und Lieferantenkontakt.“

Gänßlen erwartet von seinen Controllern qualitativen Input, schnelles Reporting und Forecasting betrachtet er als Commodity: „Unsere Controller müssen zu ihren Managern passen. Sie sollen nicht die Planabweichungen vorbeten, sondern Hinweise geben, wie die Manager ihre Ziele erreichen können.“ Dabei gilt: „Nicht die Planzahlen sind entscheidend, sondern dass wir den Wettbewerb schlagen.“ Gänßlen glaubt, dass Hansgrohe eines der besten Controlling-Teams hat, sagt aber auch: „Wir sind im Controlling noch nicht ganz da, wo wir hinwollen.“

Auch im laufenden Jahr wird es Hansgrohe nach Erwartung des CFOs nicht gelingen, die Rohmaterialkosten so an die Kunden weiterzugeben oder die Preissteigerungen durch höhere Effizienz auszugleichen, dass die Marge wieder nennenswert anzieht. Das Unternehmen, das mehrheitlich dem US-Konzern Masco und zu rund einem Drittel der Gründerfamilie gehört, kämpft auch mit den Bremsspuren am chinesischen Immobilienmarkt, just zu einem Zeitpunkt, da China zum größten Auslandsmarkt der Schwarzwälder avanciert ist. „Wir müssen zusehen, dass wir stärker in die mittleren Preisbereiche vordringen“, gibt Gänßlen die Marschrichtung für 2012 aus.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de