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Kaum Stellen für Controller und Buchhalter

Besonders für Controller und Buchhalter ist das Angebot an neuen Jobs im Moment dürftig.
Thinkstock / Getty Images

Die Nachfrage nach Finanzexperten ist im zweiten Quartal 2013 deutlich zurückgegangen. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des „Fachkräfte-Index Finance“ von Hays, den der Personaldienstleister quartalsweise veröffentlicht. In die Erhebung fließen Stellenanzeigen aus großen Tageszeitungen sowie Online-Portalen ein.

Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres hat Hays insgesamt zwar nur geringfügig weniger Jobangebote gezählt, allerdings ist der Index-Wert der Q2-Ergebnisse der niedrigste seit Beginn der regelmäßigen Auswertung Anfang 2011. Der Startindexwert lag damals bei 100, heute rangiert die Nachfrage bei rund 85 Punkten – zum Vergleich: Im Top-Quartal 1/2012 gab es sogar rund ein Drittel mehr Stellenanzeigen als heute.

Immer weniger Jobs in Buchhaltung und Controlling

Am besten sind die Jobperspektiven branchenunabhängig noch für Tax Manager und Leiter im Rechnungswesen, für beide Funktionen ist die Nachfrage in den letzten Monaten gegen den Gesamttrend leicht gestiegen. Auch für Risikomanager und Auditoren gibt es bei einer konstanten Anzahl an Angeboten wenig Grund zur Beunruhigung – allerdings hat die Nachfrage nach Risikomanagern auf lange Sicht am stärksten überhaupt abgenommen: Heute werden rund 30 Prozent weniger Stellenangebote für sie veröffentlicht als noch vor zwei Jahren.

Die deutlichsten Abstriche in der letzten Zeit müssen dagegen Buchhalter und Controller machen, die sich nach einer neuen Beschäftigung umsehen: Sie können im Schnitt auf 10 Prozent weniger Stellenangebote zugreifen als in Q1/2013.

Besonders trübe Aussichten in der Automobilbranche

Der Rückgang macht vor fast keiner Branche Halt, besonders drastisch sind die Einschnitte aber im Automobilsektor und in der Elektrotechnik. Bei den KfZ-Herstellern und -Zulieferern rangiert die Nachfrage, die Anfang 2012 auf einen Spitzenwert von 150 kletterte, heute bei 55 Punkten und liegt damit leicht niedriger als im vorangegangenen Quartal. Diese Entwicklung dürfte wohl vor allem auf die bei vielen großen Autokonzernen zuletzt gesunkenen Absatzzahlen zurückgehen – Audi meldete für das erste Quartal beispielsweise 10 Prozent weniger Autoverkäufe in der EU. Aber auch in der E-Technik-Branche sieht die Lage ähnlich aus: Der Wert ist von 85 Punkten auf aktuell 70 Punkte abgerutscht.

Von diesem Negativtrend nehmen sich lediglich die Banken und der Handel aus. Für die Handelsunternehmen zählt Hays als einzige Branche heute sogar einen größeren Bedarf an Finanzfachleuten als zu Beginn der Auswertungen, der Indexwert liegt bei 110 Punkten.

Auch wenn die Zahlen für sich genommen ein düsteres Bild zeichnen, geben die Autoren des Index aber zumindest teilweise Entwarnung: Im Vergleich zu anderen Spezialistengruppen bewege sich der Stellenmarkt für Finanzexperten auf einem recht hohen Niveau, lautet das Urteil von Hays.

Entspannung für Finanzexperten auf Jobsuche in Sicht

Zudem gibt es klare Indizien, dass die Nachfrage nach qualifiziertem Personal für die Finanzabteilung insgesamt in den nächsten Monaten wieder spürbar anziehen dürfte. So zeigt die Ausgabe H2/2013 des Robert Half Hiring Index,dass 32 Prozent der 200 befragten Führungskräfte aus dem Finanzbereich noch in diesem Jahr Neueinstellungen in ihrer Abteilung planen. Im ersten Halbjahr 2013 gaben hingegen nur 23 Prozent der Befragten an, sich personell verstärken zu wollen.

Die Suche nach dem geeigneten Personal gestaltet sich aus der Sicht der Finanzchefs allerdings weiterhin schwierig: Drei von vier Studienteilnehmern beurteilen es als große oder sogar sehr große Herausforderung, passende Fachleute zu finden. Der Wert ist hoch – und trotzdem ein kleiner Lichtblick für Jobsuchende: Vor einem halben Jahr sah noch eine überwältigende Mehrheit von 91 Prozent die Suche nach guten Finanzlern als schwieriges Unterfangen an.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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