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Reporting muss mehr beachtet werden

Ein effektives Reporting gibt Orientierung für zukunftsgerichtete Entscheidungen
iStock / Thinkstock / Getty Images.com

Ein effektives Reporting muss Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen haben. In zahlreichen Unternehmen ist das jedoch nicht gewährleistet. Zu den Gründen wurden  bei der 7. Fachkonferenz Reporting am 13. und 14. Juni in Berlin circa 70 Teilnehmer befragt. Knapp ein Viertel der befragten CFOs, Controller und Berater sieht nur einen geringen Einfluss des Berichtswesens auf die Managemententscheidungen in ihren Unternehmen. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. „Oft sind die relevanten Entscheidungen bei Berichtsvorlage bereits gefallen“, sagt Jens Gräf, Principal bei Horváth&Partners. Ein stärkerer Einbezug von Forecast-Daten könnte hier Abhilfe schaffen.

Ein weiteres Problem: Unternehmen sind sich häufig nicht darüber im Klaren, was genau ihr individuelles Geschäftsmodell ausmacht und welche die wichtigsten Werttreiber und KPIs sind. Knapp 30 Prozent der Konferenzteilnehmer gaben an, dass in ihren Unternehmen die Werttreiber nicht klar definiert seien. Über die Hälfte der Befragten sehen die wesentlichen Werttreiber nur teilweise in den KPIs abgebildet. Das aber ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. „Liegen neue KPIs  erst einmal vor, werden sie auch von den Entscheidern thematisiert“, meint André Krauß, Leiter Corporate Financial Controlling bei der TÜV Süd AG. Vernachlässigt werden häufig nicht-finanzielle Kennzahlkategorien. Über 10 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen überhaupt keine nicht-finanziellen Kennzahlen in den Standardbericht integriert sind. Am ehesten noch werden mit 26,8 Prozent Kundenkennzahlen herangezogen.

Selbst wenn die richtigen Informationen vorliegen, scheitert der Erfolg des Reporting häufig an der Aufmachung der Daten. Es muss auch einen Zugang zu den Daten geben“, fordert Dr. Lothar Burow, Leiter der Corporate Business Intelligence bei der Bayer AG. Mit entsprechend bedienerfreundlichen Datenaufbereitungsprogrammen könnten bis in die Managementebene hinein die relevanten Informationen selbstständig flexibel zusammengestellt werden. In vielen Unternehmen ist das aber noch Zukunftsmusik. Über die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass der Standardmonatsbericht in ihrem Unternehmen entweder auf Papier verteilt oder per e-mail verschickt wird. Eine flexible Datenabfrage ist so nicht möglich.

 

redaktion[at]finance-magazin.de