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Schwedische CFOs haben wenig Angst um den Euro

Ganz gelassen: schwedische CFOs scheinen sich nicht auf einen Euro-Kollaps vorzubereiten. Doch unter der Oberfläche passiert einiges.
Thinkstock / Getty Images

Schwedische CFOs nehmen die Eurokrise anscheinend auf die leichte Schulter. Nur einer von vier Finanzchefs gab in einer Umfrage an, dass er in seinem Unternehmen einen Stresstest für das Szenario eines Eurokollapses durchgeführt hat. Die schwedische Bank SEB, verantwortlich für die Umfrage, ließ durchblicken, dass viele schwedische Firmen wohl nicht allzu besorgt über einen Zusammenbruch der Eurozone sind. „Eine mögliche Interpretation wäre, dass die Firmen einem solchen Szenario eine geringe Wahrscheinlichkeit zuschreiben“, meint die Bank.

Nur sieben Prozent der befragten CFOs berichteten, dass ihr Unternehmen seine Geschäfte an einen Zusammenbruch der Eurozone angepasst habe. „Wenn man das pessimistisch betrachtet […], könnte man es so interpretieren, dass 90 Prozent oder mehr nicht auf ein solches Szenario vorbereitet sind“, sagt SEB Credit Strategist Johan Lindgren.

Fallende Nachfrage durch Eurokollaps

Natürlich sind auch andere Interpretationen denkbar: Trotz des hohen Exportanteils aus Schweden in die Eurozone dürfte ein Kollaps der gemeinsamen Währung schwedische Firmen kaum direkt treffen. Die Auswirkungen würden sich über andere Kanäle bemerkbar machen, zum Beispiel fallende Nachfrage und steigende Unsicherheit. Andere CFOs aus Ländern innerhalb der EU, aber außerhalb der Eurozone, haben ebenfalls angegeben, dass sie sich zwar Sorgen um einen Zusammenbruch machen, aber bei den Vorbereitungen eher entspannt sind.

Auf ähnliche Weise sehen es die schwedischen CFOs, deren bei weitem größte Sorge der Nachfrageschwäche gilt. Diese könnte durch ein Scheitern der Eurozone deutlich verstärkt werden. Zudem steigt die Beunruhigung über die Wechselkurse. Sie reflektieren den Einfluss der steigenden Schwedischen Krone, die durch die Eurokrise nach oben gedrückt wird, auf die schwedische Wettbewerbsfähigkeit. „Schon 2011 wurde prognostiziert, dass die Krone gegenüber dem Euro aufwertet“, sagt Lindgren. „Anscheinend haben die Unternehmen eine solche Aufwertung nicht eingeplant und die Geschwindigkeit unterschätzt, mit der die Krone an Stärke gewinnt. Exportorientierte Firmen mit solch einer Fehlanpassung mussten wohl Verluste verbuchen.“

steven.arons[at]finance-magazin.de