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China-Abkühlung trifft SAP, BASF, Lanxess – wen noch?

SAP in Schanghai: Das Softwareunternehmen hat bereits seine Q2-Zahlen veröffentlicht. Die Krise in Asien macht sich bemerkbar.
SAP

Die Asienkrise schlägt weltweit durch. War China in den vergangenen Jahren stets für satte zweistellige Wachstumsraten gut, sind es jetzt nur noch vergleichsweise magere 7,5 Prozent, eine Rate, der schon in Richtung Mindestauftriebsgeschwindigkeit tendiert. Immer mehr deutsche Unternehmen bekommen ihre neue Abhängigkeit vom Reich der Mitte zu spüren.

Bei US-Konzernen, die ihre Quartalsberichtserstattung traditionell früher abliefern als ihre europäischen CFO-Kollegen, ist dies bereits zu sehen. Ihre Halbjahreszahlen bieten eine Vorahnung auf das, was hierzulande noch aussteht. Reuters zufolge liefern von 18 S&P-Unternehmen mit einem großen Exposure in China zwölf schlechtere Daten ab als der S&P 500-Index.

Beispiele gibt es zuhauf. Caterpillar musste seine Prognose für 2013 bereits im April nach Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal senken. Der US- Baumaschinenhersteller erwartet nun für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang von 50 Prozent bei seinen Bergbaulastwagen. Auch der Chiphersteller Intel – mit etwa 16 Prozent seines Umsatzes in China vertreten, hat seine Jahresprognose bereits nach unten korrigiert. Immerhin will CFO Stacy Smith den Jahresumsatz stabil halten.

Asienkrise hinterlässt Bremsspuren im SAP-Zahlenwerk

In Deutschland machte der Softwarekonzern SAP gestern mit den Halbjahreszahlen den Anfang. Auch hierzulande zeigt das Geschäft in Asien erste Bremsspuren. Trotz global dreistellig wachsender Cloud-Subskriptionen und Supporterlösen, gingen diese in der Region Asien-Pazifik-Japan um 7 Prozent zurück. SAP-CFO Werner Brandt führt das „im Wesentlichen“ auf die „anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen“ in der Region zurück. Insgesamt senkte der Konzern daher sein Jahresziel für das Umsatzwachstum im Kerngeschäft von 11 bis 13 Prozent auf nur noch 10 Prozent. Kommenden Donnerstag berichtet BASF-Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel seine Ergebnisse für das 2. Quartal. Auch der Chemiekonzern ist stark in Asien-Pazifik vertreten.

Der Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess hat bereits in Q1 die Abkühlung zu spüren bekommen. Der Umsatz in Asien-Pazifik schrumpfte bei den Leverkusenern von rund 550 Millionen Euro um rund 5 Prozent. Intern ist bereits von einer Streichung der Boni die Rede, was in den vergangenen Jahren eine Ausnahme war. Am 8. August muss Lanxess-CFO Bernhard Düttmann Farbe bekennen. Dann wird sich zeigen, wie tief die wirtschaftlichen Bremsspuren bereits in Deutschland sind.

Deutsche Unternehmen trifft die Abkühlung mangels wachstumsstarker Perspektiven empfindlich, da sich zum Sorgenkind  Eurozone ein zweites gesellt. Nur Nordamerika wird es nicht reißen können, weitere Wachstumsräume in Ostasien müssen in die Bresche springen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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