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Die Idee des Goldstandards lebt wieder auf

Ein Währungssystem auf Basis des Goldstandards findet wieder mehr Anhänger.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems vor mehr als 40 Jahren führt der Goldstandard ein Nischendasein. Doch mit steigender Inflationsangst wird Gold als sichere Wertanlage zusehends beliebter, und auch ein Währungssystem auf Basis des Goldstandards findet wieder mehr Anhänger. Volkswirt und Buchautor Detlev Schlichter hält ein System mit Goldstandard in heutigen Zeiten für umsetzbar – und für sicherer als das bestehende System. Dem Papiergeldsystem in seiner heutigen Form gibt er nur noch ein paar Jahre: „Das Geldsystem hat sich global selbst Schachmatt gesetzt“, meint Schlichter, Autor des Buches „Paper Money Collapse“, im Gespräch mit FINANCE-TV.

Kritik an Notenbanken

Die politischen Entscheidungen der Notenbanken, den Markt mit Geld zu fluten, sieht er mit Sorge. Denn die Elastizität der Geldmenge ist in seinen Augen entscheidend. Bei einem Goldstandard sei die Geldmenge unelastisch – ein klarer Vorteil aus seiner Sicht. Der Übergang zum Goldstandard wäre zwar hart und heftig. Einmal eingeführt, würde ein System auf Basis des Goldstandards im Alltag und im Zahlungsverkehr von Unternehmen dann jedoch wenig Umstellung erfordern. „Wir hätten weiterhin Kreditkarten und Bargeld“, sagt Schlichter.

Allerdings dürfte es an anderer Stelle Veränderungen in der Finanzierungslandschaft geben. Finanzmarkt und Bankensystem wären in einem System mit unelastischer Geldmenge deutlich kleiner, vermutet Schlichter. Wie sich die neue Währungswelt entwickelt, könnten Finanzverantwortliche seiner Einschätzung nach schneller erfahren, als vielen lieb ist – dem aktuellen Währungssystem gibt Schlichter keine zehn Jahre mehr.

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