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NABE-Umfrage: Euro-Krise trifft US-Unternehmen

Die Euro-Krise und die Staatsschuldenkrise haben immer größere Auswirkungen  auf die Arbeit US-amerikanischer Unternehmen. Das hat eine heute veröffentlichte Umfrage der National Association for Business Economics (NABE) ergeben. An der Befragung nehmen jedes Vierteljahr 67 Unternehmen und Ökonomen von Wirtschaftsverbänden teil. Die Umfrage offenbart einen düsteren Blick auf die Wachstumsperspektiven in den kommenden zwölf Monaten. Die Unsicherheit in Europa nehmen die Unternehmen als Bedrohung wahr. 47 Prozent der Befragten gaben an, dass der Umsatz ihres Unternehmens oder ihrer Branche infolge der Krise in Europa bereits gesunken sei. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer rechnet damit, dass die Krise auch in den kommenden Monaten einen negativen Einfluss auf den Unternehmensumsatz haben wird.

Sorge um Euro-Krise wächst

Die Befragten sehen die Lage in Europa zurzeit deutlich kritischer als noch vor einigen Monaten. Bei der vorangegangenen Umfrage im April dieses Jahres war nur ein Fünftel der Befragten der Ansicht, dass sich die Lage in Europa weiter verschlechtern würde. Zurzeit spüren insbesondere produzierende Unternehmen die Auswirkungen der Euro-Krise, sagt Nayantara Hensel, Professorin für Industrie und Wirtschaft an der National Defense University und Co-Autorin des Berichts. Entsprechend bescheiden fallen die Erwartungen an das wirtschaftliche Umfeld aus: Lediglich 5 Prozent der Befragten trauen der US-Wirtschaft im kommenden Jahr ein Wachstum von mehr als 3 Prozent zu. Im  April hatten noch 13 Prozent  mit einem robusten Wachstum gerechnet. Der Anteil der Skeptiker, die ein Wachstum unter 2 Prozent für realistisch halten, stieg seit April von 23 auf 40 Prozent der Befragten. Das Gefühl der Unsicherheit spiegelt sich auch in den Gewinn-Prognosen und Einstellungsplänen der US-Firmen wider: Nur 29 Prozent der Teilnehmer der Juli-Umfrage berichten noch von steigenden Gewinnmargen (April: 40%). Weniger als ein Viertel der Teilnehmer rechnen damit, dass ihr Unternehmen in den kommenden sechs Monaten weitere Mitarbeiter einstellen wird.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.