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Renminbi ist in fünf Jahren voll konvertierbar

Das Auslandsclearing des Renminbi ist bald auch in London möglich.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die britische Großbank HSBC geht davon aus, dass die chinesische Währung in den nächsten fünf Jahren komplett konvertierbar sein wird. Der Renminbi wird damit zur weltweit am schnellsten wachsenden Währung, erklärt die Bank, die in Asien als Schwergewicht gilt, wie sich schon im Namen zeigt (Hongkong Shanghai Banking Corporation). Im Gegensatz zu der verschwindend geringen Anzahl von 900 Finanzinstituten die im Juni 2011 Geschäfte betrieben, tätigen heute bereits mehr als 10.000 Finanzinstitute  Geschäfte in der chinesischen Währung. Gleichzeitig ist das Handelsvolumen in Renminbi explosionsartig  angestiegen: Im ersten Quartal 2010 betrug es 18 Milliarden Renminbi, 2011 bereits 173 Milliarden Renminbi und 2012 sogar schon 245 Milliarden Renminbi.

Bisher ist das Auslandsclearing der chinesischen Währung nur in Taiwan und Singapur möglich. Doch bald wird China auch in London Banken das Clearing genehmigen, schätzt HSBC. Denn die Initiative der City of London Corporation, die danach strebt London zum neuen Clearingzentrum zu machen, hat mit den Gesprächen zwischen der Bank of England und der People’s Bank of China neuen Schwung erlangt. In diesen Gesprächen wurde über ein gegenseitiges Arrangement  für einen drei-jährigen Währungstausch des Renminbi/Pfund Sterling diskutiert.

Das Wachstum des Renminbi hat bereits gewaltige Auswirkungen auf westliche Finanzchefs: „Internationale Konzerne wie BP, Tesco und VW haben bereits bequemen Zugang zum Renminbi über den „Dim-Sum-Anleihenmarkt“ in Hong Kong“, berichtet HSBC. Außerdem wird bis 2015 ein Drittel des chinesischen Handels im Renminbi abgewickelt werden. Bereits jetzt beträgt es 12 Prozent des gesamten chinesischen Handels, im Vergleich zu 9 Prozent im Vorjahr und nur 3 Prozent in 2010.

Ein langer Weg: Die Liberalisierung des Renminbi

Obwohl der Internationalisierungsprozess des Renmimbi „viel schneller verläuft als erwartet“, betont HSBC, dass noch immer ein langer Weg vor der Währung liegt, bevor eine vollständige Liberalisierung  möglich ist.

„Beijing muss ein strengeren institutionellen und regulatorischen Rahmen entwickeln, um die Markteffizienz zu erhöhen und finanzielle Risiken zu kontrollieren“, argumentiert die Bank: „Kurz gesagt, China muss sein eigenes Finanzhaus zurückstellen, um den Kapitalmarkt vollständig öffnen zu können.“
 
steven.arons[at]finance-magazin.de