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Schuldenberge der Unternehmen gefährden Finanzstabilität der Eurozone

Schuldenberge der Unternehmen gefährden Finanzstabilität der Eurozone
iStock / Thinkstock / Getty Images

Wenig Freude dürfte der neue IWF-Bericht zur globalen Finanzstabilität bei Europas CFOs hervorrufen. "Die Analyse unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer Restrukturierung und einer Sanierung des Unternehmenssektors in der Peripherie der Eurozone", heißt es in dem Report. Vor allem  Portugal und Spanien bekamen kein gutes Zeugnis ausgestellt. Über 30 Prozent der Firmen in den von Rezession gebeutelten Ländern sind hochverschuldet und erwirtschaften obendrein noch negative Cashflows. In Spanien und Portugal haben die Unternehmensschulden das jeweilige Bruttoinlandsprodukt mit 180 bzw. 157 Prozent mittlerweile weit überschritten. Überraschend gut stehen griechische Unternehmen da, deren Schulden mit 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sogar unter denen Deutschlands (95 Prozent) liegen.

Unternehmen sollten ihre Schulden abbauen, um das Risiko einer neuen Welle von Kreditausfällen für die Banken zu reduzieren. Ein deutlicher Anstieg fauler Kredite würde die Fähigkeit der Banken untergraben, die Unternehmen weiterhin mit Krediten zu versorgen. Zudem würde das Vertrauen der Investoren in die Eurozone erschüttert, argumentiert der IWF in seinem Bericht. Diese Situationen birgt hohe Risiken für Investments – aber auch große Chancen. Günstig kaufen und dann sanieren: Mit dieser Strategie haben sich Unternehmen wie die Münchener Beteiligungsfirma Aurelius zuletzt äußerst positiv entwickelt. „Überspitzt gesagt, könnte man im Moment halb Südeuropa kaufen“, urteilt etwa Aurelius-Chef Dirk Markus im FINANCE-Interview.

Weltwirtschaft stabiler

Entgegen der trüben Aussichten für die Eurozone prognostiziert der IWF für den Rest der Welt eine stabile Konjunktur. Rund um den Globus werde das Wachstum dieses Jahr 3,3 Prozent betragen. Erneut Kritik übte der IWF an der expansiven Schuldenpolitik der USA und vor allem Japans: Die Lockerung der Geldpolitik werde dauerhaft kaum für Veränderungen in Nippon sorgen. Zudem stehe die Privatwirtschaft alles andere als gut da. Mit einem Schuldenstand von 136 Prozent des Bruttoinlandsproduktes befinden sich die japanischen Unternehmen in der Nähe des Durchschnittswertes des Euroraums (138 Prozent).

josef.saller[at]finance-magazin.de

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