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S&P: düsterer Ausblick für die Eurozone

S&P gibt einen düsteren Ausblick auf die BIP-Entwicklung in der Eurozone.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat ihre Erwartungen für die Eurozone bis zum Jahresende gesenkt.  Heute veröffentlichte die Ratingagentur eine Studie mit dem Titel The Eurozone’s New Recession – Confirmed. Darin legte S&P offen eine Reduzierung des Eurozonen-BIP um 0,8 Prozent für das Jahr 2012 und lediglich ein flaches Wachstum für 2013 zu erwarten. Im Juli ging S&P noch von einer Schrumpfung um nur 0,7 Prozent und sogar noch von einem Wachstum von 0,3 Prozent für das nächste Jahr aus.

Dieser insgesamt düstere Ausblick ist eng mit den ökonomischen Indikatoren verknüpft, die in der Region ebenfalls nach unten zeigen, argumentiert S&P. Die aktuellen Zahlen „bestätigen unsere Ansicht, dass der Region eine neue Zeit der Rezession bevorsteht nach drei Quartalen negativen oder flachen Wachstums seit dem letzten Quartal 2010“, sagt Jean-Michel Six, Chefökonom für  die EMEA-Region bei S&P.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass die Aussichten von Land zu Land variieren. Unter den Ländern mit der dramatischsten Korrektur ist Spanien. Demnach erwartet S&P nun eine BIP-Schrumpfung von 1,4 Prozent. Im Juli erwartete die Agentur nur minus 0,6 Prozent. Neben Spanien geht die Agentur auch von einem Rückgang in Italien aus, dort weite sich die Rezession genau wie in Spanien noch weiter aus.

BIP wird in der Eurozone stärker als in früheren Krisen schrumpfen

Doch es kommt noch schlimmer. S&P glaubt, dass jetzt ein noch größerer Teil des BIP durch die Rezession aufgefressen wird als während vergangener Krisenzeiten. Laut Ratingagentur liegt das an dem gleichzeitigen Schuldenabbau von Unternehmen und privaten Haushalten, der derzeit in der Eurozone stattfindet. Außerdem habe die Eurozonen-Peripherie nicht viele Erleichterungen erhalten, was die Zinsen an den internationalen Kapitalmärkten betrifft. Jedoch könnte die EZB dem noch entgegenwirken, meinen die Autoren der Studie.

Doch es gibt auch einige Lichtblicke in Europa mit Blick auf die Entwicklung des BIP. Für Frankreich und Großbritannien sagt S&P zumindest ein „sehr schwaches Wachstum“ für 2013 voraus. Auch zeige das BIP-Wachstum in einigen kleineren europäischen Volkswirtschaften wie der Schweiz, Schweden und Belgien einiges an Widerstandskraft. Das gelte allerdings nicht für Deutschland. Laut IFO-Umfrage vom August wird erwartet, dass Deutschland noch stärker als andere Länder vom anhaltenden Abschwung in Südeuropa betroffen sein wird.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de