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Ungarn ist Problemkind von Zentral- und Osteuropa

Viktor Orban: der ungarische Regierungschef hat viel Unruhe in die Politik und das Land gebracht.
EPP

Die aktuelle Nachrichtenlage aus Ungarn ist, milde ausgedrückt, beunruhigend. Die unvorhersagbare Regierung unter Viktor Orban verschreckt weiterhin ausländische Investoren, indem sie immer wieder einzelne Wirtschaftszweige willkürlich mit hohen Steuern belegt. Am Freitag zog S&P die Konsequenz und stufte das Land noch tiefer in die Ramschzone; das Rating fiel von BB+ auf BB, mit negativem Ausblick.

Diese Entwicklung wird auch von ungarischen Unternehmen widergespiegelt. Wie eine neue Untersuchung der 500 größten Unternehmen in Zentral- und Osteuropa (CEE) zeigt, verschlechterten sich 2011 fast zwei Drittel der ungarischen Firmen gegenüber dem Jahr zuvor.

Zentral- und Mitteleuropa in der Krise

Doch Ungarn ist nur der deutlichste Fall einer ganzen Region, die von der Krise ins Unglück gezogen worden ist. In seinem jüngsten World Economic Outlook hat der IWF seine früheren Wachstumsprognosen für die Region massiv verschlechtert. Momentan wird noch ein Wachstum von lediglich 2% für dieses Jahr erwartet. „Emerging Europe wurde von der Krise in der Eurozonen im vergangenen Jahr erheblich getroffen, unter anderem durch die Entschuldung der westeuropäischen Banken und rückläufige Kapitalzuflüsse“, berichtet der IWF.

Ein Großteil des Wachstums kommt aus Polen, ein Lichtblick in der ansonsten düsteren Wirtschafts-Landschaft. In der Tat machen die Gewinne der größten polnischen Unternehmen Polens fast ein Drittel aller Erträge der 500 größten Unternehmen in Zentral-und Osteuropa aus, wie ein neuer Bericht des Kreditversicherers Coface zeigt.

Die wirtschaftliche Zukunft hängt am Westen

Die wirtschaftliche Zukunft der Region hängt hauptsächlich von der Euro-Zone ab. Wenn das Wachstum im Westen zunimmt, wird der Osten folgen. Der IWF ist optimistisch und prognostiziert, dass die Wachstumsraten von 2 Prozent im Jahr 2012 auf etwa 2,5% im Jahr 2013 steigen werden, vor allem dank der verbesserten Bedingungen in anderen Teilen Europas. Aber ob sich die Lage nachhaltig verbessern wird ist zweifelhaft; der IWF selbst sie große Risiken für die kurzfristigen Wachstumsaussichten.

steven.arons[at]finance-magazin.de