Interims-Manager verlangen von Unternehmen teilweise Tagessätze von über 1.000 Euro. Die Übergangslösungen sind dafür besonders versiert, Projekte zu begleiten.

Susan SM/iStock/Thinkstock/Getty Images

27.01.17
Finanzabteilung

Das verdienen Interims-Manager im Finanzbereich

Im Finanzbereich herrscht in Deutschland beinahe Vollbeschäftigung, Manager auf Jobsuche sind rar gesät. Deshalb nutzen Unternehmen zunehmend Interims-Manager – und müssen für diese tief in die Tasche greifen.

Deutsche Finanzabteilungen kämpfen mit harten Bandagen um die besten Talente. Doch nicht immer können Unternehmen freie Stellen direkt neu besetzen. Die Arbeitslosigkeit im Finanzbereich liegt Schätzungen des Personaldienstleisters Robert Half zufolge bei gerade einmal 1,5 Prozent, die Zahl potentiell passender Manager auf Jobsuche ist entsprechend überschaubar.

Deshalb boomt seit einiger Zeit die Nachfrage nach Interims-Managern. Speziell für die Abwicklung von Projekten greifen Unternehmen auf Übergangsmanager zurück – beispielweise für die Einführung eines neuen ERP-Systems. Der Vorteil: Interims-Manager haben solche Projekte schon in mehreren Unternehmen durchgeführt und kennen die Fallstricke. Eine langfristige Besetzung der Stelle ergibt bei vielen Unternehmen keinen Sinn.

Das sind die Tagessätze von Interims-Managern im Finanzbereich

(Angaben in Euro ohne Zulagen)

Quelle: Robert Walters

Tagessätze für Interims-Controller von bis zu 600 Euro

Doch Interims-Manager kosten den CFO auch mehr. Wie viel Gehalt die Übergangsspezialisten kassieren, hat der Personaldienstleister Robert Walters in einer jüngst veröffentlichten Studie aufgeschlüsselt. So müssen Unternehmen bei einem Interims-CFO mit mindestens 900 Euro Gage am Tag rechnen. Ein Finanzdirektor kostet zwischen 650 und 1.050 Euro. Bei den Zahlen handelt es sich um die Festvergütungen ohne Bonuszahlungen oder sonstige zusätzliche Vergütungselemente.

Den Chef der Controlling-Abteilung mit einer Übergangslösung zu besetzen kostet Robert Walters zufolge zwischen 600 und 850 Euro am Tag. Ein einfacher Controller ist deutlich günstiger: Er bekommt zwischen 400 und 600 Euro.

Bei 200 Arbeitstagen kommen Controller somit auf bis zu 120.000 Euro. Ein Controller mit sechs bis neun Jahren Berufserfahrung verdient im Jahr maximal 78.250 Euro brutto ohne Boni. In Hessen kamen Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf 253 Arbeitstage. Bei voller Auslastung können Übergangsmanager also brutto deutlich mehr verdienen als in Festanstellung.

Steuerberater auf Interimsbasis kassieren mit 500 bis 850 Euro etwas weniger als die Kollegen aus dem Controlling. Steuerfachangestellte verdienen laut Studie zwischen 350 und 550 Euro am Tag.

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Interims-Treasurer verdienen mehr als Buchhalter

Für Interims-Treasurer greifen Unternehmen nicht ganz so tief in die Tasche wie für Steuerberater: Die Zahlungsverkehr- und Währungsspezialisten verdienen am Tag maximal 700 Euro, aber nicht weniger als 450 Euro. Tagessätze von über 1.000 Euro sind für vorübergehende Treasury-Chefs jedoch möglich, verriet ein Interims-Treasurer vor einiger Zeit gegenüber FINANCE.

Ein Interims-Chef in der Buchhaltung erhält der Studie zufolge zwischen 550 und 750 Euro pro Tag. Ein Senior Accountant, der auf Übergangsbasis arbeitet, muss mit deutlich weniger als seine Kollegen aus der Finanzabteilung rechnen: Er kassiert zwischen 350 und 550 Euro.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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