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CFO Bernd Marx will R. Stahl am Kapitalmarkt bekannter machen

Der neue Finanzvorstand von R.Stahl, Bernd Marx, will den Spezialisten für Explosionsschutz am Kapitalmarkt bekannter machen und in den SDAX aufsteigen.
R. Stahl

„Das Einzige, was sich für mich zum Jahreswechsel geändert hat, ist, dass ich jetzt nicht mehr hinter, sondern vor dem Gebäude parke“, sagt Bernd Marx, neuer Finanzvorstand von R. Stahl. Dass das nicht ganz ernst gemeint ist, verrät ein leichtes Schmunzeln des 49-Jährigen. Seit 1. Januar 2013 ist Marx CFO des Spezialisten für Explosionsschutz aus Waldenburg, einem Luftkurort im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg, nördlich von Schwäbisch Hall. Jetzt verantwortet er im Vorstand von R. Stahl die Bereiche Controlling, Finanzen, IT, Recht und Compliance, Investor Relations sowie M&A. Der neue CFO betreut darüber hinaus die Gesellschaften R. Stahl Schaltgeräte als kaufmännischer Geschäftsführer, die Töchter in Indien und Brasilien sowie HMI Systems und Camera Systems. Damit verantwortet Marx deutlich mehr als die typischen CFO-Gebiete.

R. Stahl hat die Funktion des CFOs neu geschaffen. Seit dem altersbedingten Ausscheiden des Technik- und Vertriebsvorstands Herbert Völker im Jahr 2011 hatte CEO Martin Schomaker als Alleinvorstand bei R. Stahl agiert. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wollte mit der Bestellung von Marx als Finanzvorstand eine neue Doppelspitze initialisieren, „um das Risiko aus der Führungsspitze zu verteilen“, sagt Marx.

Ziel von R. Stahl ist der SDax

Zugleich will das Unternehmen aus dem Hohenloher Land, das im Jahr 2012 bei einem Umsatz von 290,9  Millionen Euro ein Jahresergebnis von 14,2 Millionen Euro erzielte, seine Investorenkommunikation professionalisieren. „Mit meiner Berufung zum Finanzvorstand macht das Familienunternehmen R. Stahl deutlich, dass es künftig offener agieren und den Kapitalmarkt stärker ansprechen will als bisher“, sagt Marx. Investor Relations ist dabei eine wesentliche neue Aufgabe für den CFO, denn IR als einzelne Aufgabe war im Familienunternehmen bislang noch etwas unterrepräsentiert, obwohl dieses seit 1997 börsennotiert ist. Wie bei vielen Unternehmen mit starken Familiengesellschaftern – der Freefloat liegt nur bei 41 Prozent – spielte die Investorenkommunikation bislang eher die zweite Geige. „Das soll sich nun ändern“, sagt Marx und hat sich auch externe IR-Spezialisten zur Hilfe geholt. Die Öffnung des Unternehmens hin zum Kapitalmarkt wird durch einen neuen Außenauftritt und eine neue Homepage ergänzt. „Wir müssen den Newsflow in Richtung Kapitalmarkt lenken“, begründet Marx die neue Offenheit. „Denn wir wollen in den SDax.“ Dort sieht sich R. Stahl als Unternehmen eigenen Angaben zufolge richtig positioniert.

Marx steigt vom Leiter Finanzen zum CFO auf

Marx kennt den Spezialisten für Explosionsschutz schon seit Jahren. Der Diplom-Kaufmann kam vor neun Jahren zu R. Stahl, wo er zunächst als kaufmännischer Leiter der Kölner Tochter HMI Systems tätig war. Seit 2007 leitete er den Bereich Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns. In dieser Funktion baute er ein transparentes Controlling und das Treasury Management auf und implementierte ein durchgängiges Risikomanagement. Know-how im Rechnungswesen hatte Marx bereits nach dem Studium beim Strabag-Konzern erworben. Weitere berufliche Erfahrungen sammelte er bei der mb Software und der deutsch-indischen Ingenieurgesellschaft Revotag.

Auch auf operativer Ebene hat sich Marx bei R. Stahl seine Sporen verdient, denn er sorgte sowohl bei der indischen als auch bei der brasilianischen Tochtergesellschaft von R. Stahl für den Turnaround.

Bernd Marx will Finanzabteilung bei R. Stahl weiter zentralisieren

Mit diesem Rückenwind seitens der Gesellschafter kann der neue CFO nun aktuelle Projekte, die er zum Teil schon als Leiter Finanzen angestoßen hat, weiter vorantreiben. Er will beispielsweise ein Beteiligungscontrolling aufbauen und die Finanzabteilung des Familienunternehmens weiter zentralisieren. Auch das Liquiditätsmanagement soll verbessert werden, um einen genaueren Überblick über die wachsende Gruppe zu bekommen.

Das Wachstum der Gruppe will er zusammen mit CEO Martin Schomaker vorantreiben. Die Investitionen im Jahr 2012 konnte R. Stahl nahezu vollständig über die operative Geschäftstätigkeit finanzieren. „Größere Wachstumsschritte, beispielsweise Akquisitionen, finanzieren wir über Dritte“, sagt der R. Stahl-Finanzchef. „Langfristig sehen wir aber auch den Kapitalmarkt als eine alternative Finanzierungsquelle.“ Voraussetzung dafür sei allerdings eine gute IR-Arbeit über einen gewissen Zeitraum. „Wir haben eine gute Geschichte und sollten diese auch erzählen“, erklärt Marx abschließend.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.