Der moderne CFO: Viele Daten, wenig Schlaf.

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04.09.17
Finanzabteilung

CFOs trauen ihren eigenen Daten nicht

Von Mara Koch

Eine Vielzahl von CFOs weltweit glaubt nicht einmal an die Daten ihrer eigenen Geschäftsberichte. Das bereitet fast jedem von ihnen schlaflose Nächte.

40 Prozent der CFOs weltweit bezweifeln, dass die Daten in ihren Finanzberichten vertrauenswürdig und exakt sind. Zu diesem bemerkenswerten Ergebnis kommt die Studie „Future of Financial Reporting“ des Research-Hauses FSN im Auftrag des Softwareherstellers Workday. Dafür wurden rund 1.000 CFOs und Finanzmitarbeiter über ihre Probleme und Sorgen beim Erstellen von Finanz- und Geschäftsberichten befragt.

Den CFOs wachsen die Daten über den Kopf

Dies könnte daran liegen, dass das Qualitätsmanagement erheblichen Aufwand erzeugt. So sind viele CFOs der Meinung, dass jede Änderung innerhalb des Finanzberichts eine umfassende manuelle Prüfung mit sich bringe. Und 60 Prozent der Befragten finden, dass sie für Überprüfung und Bearbeitung der Daten ohnehin zu viel Zeit investieren – Ressourcen, die sie in strategischen Aufgaben besser aufgehoben sehen.

Die Resultate dieses Einsatzes sind aber ernüchternd. Stimmen die Aussagen der Studie, füllt fast jeder dritte CFO Berichte, die Lücken aufweisen, mit vorübergehenden Daten auf. Redundante Informationen werden hingegen von fast der Hälfte nicht entfernt. 

Sorgen und Kontrollverlust der CFOs führen zu Schlafmangel

Doch der verzweifelte Versuch, die Daten, für deren Richtigkeit sie persönlich bürgen, zu sammeln und zu verifizieren, kostet die CFOs nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Mehr als jeder zweite Befragte macht sich regelmäßig Sorgen, ob die internen Kontrollmechanismen während des Berichtszeitraums exakt funktionieren.

Die gravierende Folge: 97 Prozent der Teilnehmer haben nach eigenen Angaben Schlafprobleme, weil sie nachts an Verpflichtungen, unbeantwortete Fragen oder verpasste Deadlines denken müssen. Speziell den Aspekt „Zeitdruck“ machen über 60 Prozent für zum Teil sogar schlaflose Nächte verantwortlich.

CFOs schieben die Schuld auf die Vorgaben

Um das Problem einzudämmen, empfehlen die Studienautoren den Finanzchefs, beim Erstellen von elektronischen Dokumenten nicht zu sehr auf technologische Fortschritte zu setzen. Eher sollten sie ein einheitliches, transparentes Umfeld schaffen, in dem mehrere Personen gleichzeitig Berichte und Daten manuell überprüfen und bearbeiten können. Dass ein Drittel der Befragten innerhalb der vergangenen drei Jahre die Mitarbeiterzahl in ihren Finanzabteilungen verkleinert hat, kommt diesem Ansatz allerdings nicht entgegen.

Die CFOs sehen das aber anders. 77 Prozent meinen, dass es schwierig sei, mit mehr als einer Person an einem Bericht zu arbeiten. Sie führen die Probleme eher darauf zurück, dass die Anforderungen an die Geschäftsberichte zu umfangreich und komplex sind.

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