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Unternehmen erstellen Konzernabschlüsse schneller

Italiens und Spaniens Konzerne legen ihre Jahreszahlen zunehmend schneller vor, sind dabei im Schnitt aber noch immer langsamer als die Konkurrenz.

Vor allem im krisengeschüttelten Südeuropa erstellen Konzerne ihre Jahresabschlüsse immer schneller. Das hat die Studie „Close Cycle Ranking 2012“ ergeben, die dafür mehr als 1.000 börsennotierte Unternehmen auf der ganzen Welt unter die Lupe genommen hat. Benötigten spanische Konzerne der Untersuchung zufolge 2010 noch 62 Tage, um ihren Jahresabschluss aufzustellen, waren es 2011 nur noch durchschnittlich 57 Tage. Ein noch deutlicherer Sprung ist den börsennotierten Unternehmen Italiens gelungen: Gegenüber einem Zeitraum von 90 Tagen 2010 konnten sie 2011 ihren Konzernabschluss im Schnitt bereits nach 69 Tagen vorlegen.

Der Druck der Märkte und Investoren, schneller belastbare Zahlen und den Konzernabschluss zu präsentieren, verstärkt sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Dennoch hinken die Südeuropäer insgesamt immer noch hinterher: „Konzerne aus Ländern wie Italien oder Spanien holen in letzter Zeit bei der Geschwindigkeit der Konzernabschlusserstellung zwar auf, sind aber nach wie vor deutlich langsamer als Unternehmen zum Beispiel aus den USA oder Deutschland“, sagt Claus Buhleier, Partner bei Deloitte und Leiter des Centers für Corporate Governance.

Die schnellsten Abschlüsse Europas

Deutschlands börsennotierte Unternehmen liegen im globalen Vergleich zeitlich im Mittelfeld, die DAX-Konzerne zählen dagegen zur Spitzengruppe und bestätigen damit den weltweiten Trend, dass Großkonzerne trotz stärkerer Diversifikation ihre Prozesse besser im Griff haben als kleinere Konkurrenten – nicht zuletzt dank größerer personeller Ressourcen. Deutschlands schnellstes Unternehmen im vergangenen Jahr war der Düsseldorfer Henkel-Konzern: Chief Financial Officer Lothar Steinebach gelang es, die Zahlen des DAX-Konzerns innerhalb von nur 27 Tagen vorzulegen. Übertroffen wird diese Bilanz noch von den Schweizer Eurotop 100-Unternehmen Roche und Novartis, die nach 24 Tagen ihre Ergebnisse präsentierten.

Noch schneller sind dagegen auf den ersten Blick die NYSE US100-Konzerne. „Die US-Börsenaufsicht SEC schreibt den dortigen Konzernen deutlich engere Fristen vor als dies zum Beispiel nach den deutschen Regeln gefordert ist“, erklärt Buhleier. „Aber die meisten US-amerikanischen Unternehmen legen – anders als viele Unternehmen aus anderen Ländern – für die Vorabinformation an den Kapitalmarkt untestierte Abschlüsse vor und können so bei der Kommunikation natürlich Zeit sparen. Die Aufstellung und Prüfung des endgültigen Konzernabschlusses in den USA ist bei großen Unternehmen nicht wesentlich schneller als in Deutschland.“

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de