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Anlagevolumen im Mittelstand hat sich verdreifacht

Mittelständler horten zurzeit lieber Geld als es ins Kerngeschäft zu investieren.
Thinkstock / Getty Images

Aufgrund von glänzenden Geschäften und vollen Auftragsbüchern sitzt der Mittelstand auf hohen Liquiditätspolstern, die investiert werden müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die im Auftrag der  Commerzbank das Anlageverhalten von Mittelständlern untersucht hat. Gegenüber der vorhergehenden Erhebung hat sich das durchschnittliche Anlagevolumen je Unternehmen auf rund 3 Millionen Euro verdreifacht. Aufgrund der nach wie vor hohen Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung würden Mittelständler lieber liquide Mittel horten als Realinvestitionen zu tätigen, heißt es in der Studie.

Keine Experimente in der Geldanlage

Um sich Opportunitäten bei Realinvestitionen offen zu halten investieren die Unternehmen ihre Gelder allerdings immer kurzfristiger. Entsprechend dominieren den Anlagehorizont Laufzeiten von kleiner als drei Monaten. „Der Befund mag auch mit der bis vor kurzen flachen Zinsstrukturkurve und dem marginalen Renditevorsprung am langen Ende zusammenhängen“, erklärt Studienautor Volker Wittberg von der FHM.

Bei den Anlageinstrumenten machen mittelständische Unternehmen keine Experimente und bleiben bei Bewährtem: Sichteinlagen und Festgelder dominieren mit weitem Abstand. Nur beim Liquiditätsbodensatz, dem Teil, der nicht für laufenden Auszahlungen benötigt wird, würden auch längerfristige Anlagen eingegangen werden und riskantere Assetklassen wie beispielsweise Aktien oder Unternehmensanleihen beigemischt.

Höhere Sensibilität gegenüber Kosten

Eine Diskrepanz gibt es nach wie vor zwischen dem tatsächlichen Anlageverhalten und den Renditeerwartungen der Mittelständler. So liegt die erwartete Mindestverzinsung bei 1,83 Prozent. „Im Vergleich zu den Studien davor ist die Renditeerwartung zwar deutlich gesunken. Vor dem Hintergrund der überwiegend geldmarktnahen Anlageformen ist das aber dennoch ambitioniert“, sagt Wittberg.

Bei den Anlagekriterien steht für mittelständische Unternehmen Sicherheit nach wie vor am höchsten im Kurs. Allerdings hat die lange Niedrigzinsphase die Sensibilität der Unternehmen für das Thema Kosten erhöht. „So wiegen geringe Kosten bei den niedrigen Zinsen schwerer als hohe Erträge“, stellt Wittberg fest.

timur.cetin[at]finance-magazin.de

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