Die Polizei hat die Ermittlungen im Fall Hess abgeschlossen.

Hess

08.04.15
Finanzabteilung

Bilanzskandal Hess: Polizei schließt Ermittlungen ab

Die Polizei hat ihre Ermittlungen rund um die mutmaßliche Bilanzfälschung des Schwarzwälder Laternenherstellers Hess abgeschlossen. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug. Kommt es zu einer Anklage gegen die früheren Hess-Chefs?

 

Im Bilanzskandal um den insolventen Laternenhersteller Hess hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen. Jetzt übergibt sie den Fall um die mutmaßliche Bilanzfälschung vor dem Börsengang des Unternehmens im Herbst 2012 an die Staatsanwaltschaft, berichtet das Handelsblatt. Ob es zu Anklagen komme, solle sich in den kommenden Monaten entscheiden.

Im Januar 2013 war erstmals der Verdacht laut geworden, Finanzchef Peter Ziegler und Vorstandschef Christoph Hess hätten vor dem Börsengang im Herbst 2012 Fantasie-Umsätze ausgewiesen. Im Februar 2013 musste Hess schließlich Insolvenz anmelden. 

PE-Investor HPE mit Teilerfolg gegen Hess

Der Fall Hess hat auch eine zivilrechtliche Komponente: Anfang 2014 hatte der niederländische PE-Investor Holland Private Equity (HPE) einen ersten Erfolg bei seiner Klage gegen die Ex-Hess-Vorstände erreicht. Das Private Equity-Haus hatte im Vorfeld des Börsengangs in drei Tranchen Aktien in einem Gesamtwert von insgesamt 17,6 Millionen Euro erworben und damit nach Aufdecken der Bilanzunregelmäßigkeiten Verluste von mindestens 3,6 Millionen Euro erlitten.

Das Landesgericht Karlsruhe hatte daraufhin einen so genannten dinglichen Arrest über das Vermögen von Ziegler und Hess angeordnet. Damit ist allerdings noch nicht entschieden, dass die Vorstände für den Schaden, den  HPE und andere Hess-Aktionäre erlitten haben, tatsächlich haften müssen. Doch zumindest kann HPE sich seine Forderung vorübergehend per Zwangsvollstreckung sichern.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Die Chronologie des Bilanzskandals bei dem Laternenbauer finden Sie auf unserer FINANCE-Themenseite Hess.