Shell China ist unter den ersten Unternehmen, die an dem Pilotprojekt teilnehmen dürfen.

Shell

28.01.13
Finanzabteilung

China ermöglicht CFOs modernes Cash Management

China öffnet sich weiter: Die chinesische Devisenbehörde hat ein Pilotprojekt gestartet, dass grenzüberschreitende Zahlungen in Fremdwährungen erleichtert. CFOs können nun ihre chinesische Konten in internationale Cash Pools integrieren.

Chinesische Behörden haben einen weiteren Schritt hin zur Liberalisierung der Zahlungsströme nach und aus China heraus genommen. Die chinesischen Devisenkontrolleure (SAFE) haben ein Pilotprojekt gestartet, dass grenzüberschreitende Überweisungen in Fremdwährungen mit mehreren Banken ermöglicht, darunter HSBC. Dies folgt dem Vorbild der Peoples Bank of China (PBoC), die bereits im vergangenen Sommer Renminbi-Zahlungen in einem Pilotprogramm vereinfachte. Die Deutsche Bank war hier einer der Vorreiter.

Das SAFE-Projekt ermöglicht CFOs ihre Devisenkonten in China in internationale Cash Pools zu integrieren. Sie können nun Fremdwährungs-Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen chinesischen Tochtergesellschaften und Netting-Zentren im Ausland verrechnen. Bisher blieb überschüssige Liquidität immer im Lande gefangen. „Zum ersten Mal sind Unternehmen nun in der Lage, ihre chinesischen Tochtergesellschaften an moderne Cash-Management-Strukturen auf regionaler Ebene anzubinden“, sagt Constantin Droste, Leiter des deutschen Desks von HSBC in China. Er erwartet, dass die Zahl konzerninterner Transaktionen deutlich sinken wird und dass Bearbeitungskosten nach unten gedrückt werden.

Bisher sind 13 Unternehmen zugelassen

Intel Services und Shell China gehören mit ihren jeweiligen Banken HSBC und Standard Chartered zu den ersten Unternehmen, die SAFE für das Pilotprojekt zugelassen hat. Insgesamt wurden 13 Unternehmen ausgewählt – sieben chinesische und sechs ausländische Unternehmen. Bisher haben die Banken nur Bewerbungen von großen multinationalen Konzernen akzeptiert, die bereits eigene Zentren in Beijing und Shanghai  unterhalten und eine erhebliche Menge von Fremdwährungsgeschäften in China führen. Allerdings ist Droste sicher, dass das Projekt für neue Kunden geöffnet wird, wenn es sich als erfolgreich erweist. „Es gibt einige Unternehmen, bei denen rein inländische Fremdwährungs-Cash-Pooling-Aktivitäten wegen strengen Vorschriften und der daraus resultierenden hohen Komplexität in China bislang keinen Sinn machten. Dies hat sich nun geändert“, sagt Droste.


Bezüglich der grenzüberschreitenden Renminbi Zahlungen setzt China langsam, aber sicher den Prozess der Öffnung fort. Das Pilotprojekt zur Reduzierung dokumentarischen Anforderungen mit der Deutschen Bank, das zuvor auf Unternehmen begrenzt war, die einen Sitz in Shanghai haben, wurde von der PBoC als erfolgreich bewertet. Deshalb hat die Zentralbank beschlossen, die geographische Reichweite des Programms auszubauen: Ab sofort können Unternehmen mit Sitzen in mehreren Regionen auch an einer entspannten Bürokratie profitieren.

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