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Compliance-Skandal: Dayli feuert CFO wegen angeblicher Geschäftsschädigung

Schillerndes Sortiment, schillernde Geschichten: Die angeschlagene Drogeriekette Dayli.
Dayli

Dayli hat seinen Finanzchef Andreas Bachleitner vor die Tür gesetzt. „Geschäftsschädigende Aussagen“ werden dem Ex-CFO vonseiten des Unternehmens zur Last gelegt. Passiert ist offenbar Folgendes: Rudolf Haberleitner, 69-jähriger Chef des angeschlagenen Dayli-Konzerns, ist nach Italien gereist – im Gepäck ein Koffer mit einer Million Euro in bar. Diese wollte er einem vermeintlichen Investor überreichen. Im Gegenzug wollte der mysteriöse Geschäftspartner angeblich 20 Millionen Euro in das angeschlagene Unternehmen investieren.

Dieser vermeintliche Geschäftspartner – es handelt sich der österreichischen Presse zufolge, die sich wiederum auf Unternehmenskreise beruft, um einen 55-jährigen Italiener – erwies sich demnach als Betrüger, der den Koffer bei Öffnung an sich riss und floh. All dies soll sich in einer Bar in Udine abgespielt haben. Die Geschichte klingt so zweifelhaft, dass gegen Haberleitner der Verdacht der Geldwäsche geäußert wird. Dies bestreitet der CEO, wenngleich er sich selbst nicht zu den Vorgängen äußert. Dennoch wurde die Posse an die Presse durchgestochen.

Plauderte der CFO über das Bar-Geld?

Es folgte die Kündigung von CFO Andreas Bachleitner, der in den Oberösterreichischen Nachrichten mit den Worten zitiert wird: „Wir haben Herrn Haberleitner ausdrücklich davor gewarnt, mit der Million nach Italien zu fahren.“ Bachleitner will gegen seine Entlassung offenbar mit juristischen Mitteln vorgehen. Noch in dieser Woche soll sich entscheiden, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

Für seine Million Euro im Gepäck könnte der trickreiche Italiener, so dieser existiert, Dayli jedenfalls gleich mehrfach übernehmen. Im Gespräch ist ein Verkaufspreis für das Schlecker-Nachfolgeprojekt von einem Euro. Heute hat die Drogerie Insolvenz angemeldet.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de