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Druck auf Depotbankgebühren bleibt hoch

Institutionelle Investoren rechnen überwiegend nicht mit steigenden Depotbankgebühren.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Institutionelle Investoren rechnen überwiegend nicht mit steigenden Depotbankgebühren. Das geht aus einer gerade veröffentlichten Studie der BNY Mellon hervor. Lediglich jeder Fünfte erwartet steigende Preise als Reaktion auf die schärferen regulatorischen Rahmenbedingungen mit denen Depotbanken konfrontiert sind. Im Schnitt liegt die Vergütung für Spezialfondsmandate heute bei ein bis zwei Basispunkten; vor zehn Jahren waren noch zwischen sechs und acht Basispunkten zu zahlen. Depotbanken werden überwiegend als Anbieter homogener Dienstleistungen wahrgenommen, weshalb der Druck auf die Preise hoch ist und in den vergangenen Jahren zu fast ruinösen Gewinnmargen führte.

Allerdings sind institutionelle Investoren bereit, Zusatzservices extra zu vergüten, die bisher teilweise im Rahmen der Depotbankgebühren abgegolten waren. So zeigen die Umfrageresultate, dass die Mehrheit der Investoren einen steigenden Bedarf an Dienstleistungen wie Transaktionskostenanalyse, Performancemanagement und Risikomessung hat. Den Leistungsumfang der Depotbanken in diesen Bereichen empfinden viele zurzeit noch als ungenügend. Für einen umfangreicheren und besseren Service sind viele Investoren bereit, eine gesonderte Vergütung zu akzeptieren.

Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass grundsätzliche Fragen über die Stabilität, Bonität und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells einer Depotbank sowie die Lagerstellenhaltung für die Investoren keine große Rolle spielen. Das ist erstaunlich, denn es ist durchaus von Bedeutung welcher Anteil der Assets in eigenen Lagerstellen weltweit unter direkter Kontrolle der Depotbank stehen. Abhängig von der Jurisdiktion gibt es nämlich unterschiedliche Rechtsansprüche zur Herausgabe von Assets, wenn mit Unterverwahrer etwas schief läuft. Auch sind nicht alle Einlagen im Insolvenzschutz segregiert. Das laufende Cashkonto eines Sondervermögens etwa ist regelmäßig Teil der Konkursmasse. Im Rahmen der Studie wurden 31 institutionelle Investoren befragt, die ein Volumen von knapp 400 Milliarden Euro Assets under Depotbank repräsentieren.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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