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Emerging Markets locken mit Niedrigsteuern

KPMG-Report: Indien lockt CFOs mit den niedrigsten Steuern. Deutschland liegt im Mittelfeld.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Indien bietet ausländischen Investoren von allen großen Märkten die niedrigsten Unternehmenssteuern, wie KPMG in einer Untersuchung von 14 führenden Ländern der Welt herausgefunden hat. Gemessen an der Benchmark USA, deren Total Tax Index (TTI) von KPMG auf 100 festgesetzt wird, kommt Indien auf einen Wert von 49,7. Der TTI enthält sämtliche Steuern, die Unternehmen an einem bestimmten Standort bezahlen müssen. In Indien zahlen Unternehmen also nur halb so viele Steuern wie in den USA.

Auch China (59,7), Mexiko (63,6) und Russland (71,7) trumpfen mit niedrigen Steuersätzen auf. Von den Industrieländern hat es nur Kanada mit einem TTI von 59,1 in die Spitzengruppe geschafft. Das Schwellenland Brasilien fällt mit einem TTI von 142,6 weit hinter die anderen Emerging Markets zurück – hier müssen CFOs mit fast dreimal so hohen Steuern rechnen wie in den anderen großen Emerging Markets.

Deutschland landet mit einem TTI von 122,0 nur auf Rang 9, dennoch hat sich auch für Unternehmen in Deutschland die Steuerlast gegenüber dem Jahr 2010 im Schnitt vermindert: Deutschlands TTI sank binnen zwei Jahren von 124,1 auf 122,0. Den größten Sprung hat Großbritannien gemacht. Eine Verbesserung um 14,8 Prozentpunkte auf einen TTI von 73,3 bringt das Königreich auf Rang 6.

Hochsteuerland Frankreich

Die KPMG-Untersuchung zeigt auch einen weiteren Grund auf, weshalb weite Teile Europas in einer schweren Wirtschaftskrise stecken. Während sich Deutschland und die Niederlande mit ihren TTIs von 122,0 bzw. 77,2 im globalen Mittelfeld einreihen, leiden Unternehmen in Italien und Frankreich unter einer drastischen Steuerlast. Italien rangiert mit einem TTI von 152,9 nur auf dem vorletzten Platz, Frankreich ist mit einem TTI von 179,7 abgeschlagenes Schlusslicht. Unternehmen in Frankreich zahlen damit rund dreimal so viele Steuern wie ihre Wettbewerber in Indien, Kanada, China oder Mexiko.

Forschungsintensive Unternehmen sollten Standorte in Kanada prüfen. Dort werden R&D-bezogene Erlöse derart niedrig besteuert, dass sich mit R&D-Bezug ein TTI von lediglich 29,0 errechnet. In Europa bieten die Niederlande (57,8) und Großbritannien (63,2) forschungsintensiven Unternehmen steuerlich betrachtet das beste Umfeld. Deutschland schneidet mit einem TTI von 143,5 hier sehr schlecht ab.
 

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