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Firmen ächzen unter Pensionslasten

Die Deutsche Telekom musste im ersten Quartal 2012 fast 500 Millionen Euro für den geplanten Vorruhestand von Beamten zurückstellen.
Deutsche Telekom

Die eigenen Pensionäre haben der Deutschen Telekom das Ergebnis im ersten Quartal dieses Jahres verhagelt. Weil der Konzern fast 500 Millionen Euro für den geplanten Vorruhestand von Beamten zurückstellen musste, sank das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um rund acht Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro. Eine Aktualisierung der Vorruhestandsregelung für Beamte, ließ das Unternehmen weiter wissen, werde in den kommenden sechs bis sieben Jahren zu weiteren Belastungen führen.

Die Aufwendungen werfen ein Licht auf die hohen Pensionsrisiken vieler Unternehmen. Einer aktuellen Auswertung der Unternehmensberatung Towers Watson zufolge liegt der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen im Deutschen Aktienindex DAX im Durchschnitt bei 65 Prozent. Bei der Deutschen Telekom sind die Pensionsverpflichtungen mit lediglich 12 Prozent gedeckt. Im Ranking der 30 im DAX gelisteten Konzerne steht das Unternehmen damit an letzter Stelle. Primus ist der Softwarehersteller SAP, der für 2011 einen Deckungsgrad von 94 Prozent ausweist.

Wegen des niedrigen Zinsniveaus und sinkender Anlagerenditen müssen viele Unternehmen schon heute enorm viel Kapital zuschießen, um den Deckungsgrad ihrer Pensionspläne stabil zu halten. Die Dotierungen der Unternehmen im DAX liegen Towers Watson zufolge auf dem höchsten Niveau seit 2007. Das belastet zunehmend die Liquidität der Unternehmen. Im vergangenen Jahr mussten die 30 DAX-Konzerne einen Liquiditätsabfluss in die verschiedenen Pensionseinrichtungen von 13,1 Milliarden Euro verkraften, was 14,3 Prozent des operativen Cashflows entspricht. Ohne die zusätzlichen Dotierungen wäre der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen um 4 Prozentpunkte auf 61 Prozent abgerutscht. Eine deutliche Entlastung dieser Situation ist kurzfristig nicht zu erwarten.

andreas.knoch(*)finance-magazin(.)de

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