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Immer mehr CFOs neigen zu Korruption

iStock / Thinkstock / Getty Images

15 Prozent aller Finanzvorstände wären bereit, Geschäfte mit zusätzlichen Zahlungen anzukurbeln. Das hat die Studie „12th Global Fraud Survey“ von Ernst & Young ergeben, für die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zwischen November 2011 und Februar 2012 über 1.700 Interviews mit Führungspersonen aus 43 verschiedenen Ländern geführt hat. Die Antworten der CFOs, die mit 400 Teilnehmern zugleich einen Großteil der Befragten stellen, zeichnen dabei ein erschreckendes Bild. Rund 4 Prozent schließen es demnach nicht aus, falsche Finanzberichte herauszugeben. Außerdem gibt fast jeder zweite Finanzchef zu, noch nie an einer Anti-Korruptionsschulung teilgenommen zu haben.

Die Aussagen der Finanzvorstände verdeutlichen einen spürbaren Negativtrend, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2010 beobachtet hat. Im direkten Vergleich ist die Bereitschaft, dem eigenen Unternehmen Vorteile durch korrupte Machenschaften zu verschaffen, heute offenbar deutlich höher – zuletzt hatten lediglich 9 Prozent der Befragten erklärt, Schmiergeldzahlungen nicht auszuschließen. Interessant: Die aktuellen Aussagen wurden weitgehend unabhängig von Faktoren wie der regionalen Herkunft oder der Unternehmensbranche getroffen.

Diese drastischen Ergebnisse würden zwar nicht mit den Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit übereinstimmen, schränken die Autoren der Studie ein. Dennoch ist der Nachholbedarf in Sachen Korruptionsprävention und –bekämpfung offenbar weltweit enorm: In jedem vierten Unternehmen gibt es derzeit keine klaren Sanktionen bei wirtschaftkriminellen Handlungen. Und selbst wenn entsprechende Vorschriften existieren – in nicht einmal der Hälfte der befragten Gesellschaften sind Mitarbeiter schon für Betrug oder Korruption bestraft worden.

sarah.nitsche(*)finance-magazin(.)de

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