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Industrie begrüßt neue EU-Regeln für Geldmarktfonds

EU-Kommissar Michel Barnier ist der Kopf hinter den Geldmarktfonds-Vorschriften.
EU Kommission

Die Industrie reagiert bislang ungewöhnlich wohlwollend auf die beschlossenen EU-Regeln für Geldmarktfonds. Der Bankenverband lobte die neuen Vorschriften als „einen wichtigen Baustein für mehr Stabilität im Finanzsektor“. Weiterhin sagte der Präsident und Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, es gebe „nun endlich klare Vorgaben.“

Anders als zuerst von der Geldmarktindustrie befürchtet, sehen die neuen Regeln keine Abwendung vom sogenannten konstanten Nettoinventarwert vor. Ursprünglich wollte die EU-Kommission alle Geldmarktfonds zwingen, künftig den Ansatz eines variablen Nettoinventarwerts zu verfolgen. Das hätte laut Lobbyorganisationen zu massiven Veränderungen in der gesamten Branche geführt. Stattdessen werden Geldmarktfonds mit stabilem Nettoinventarwert gezwungen, einen Kapitalpuffer von 3 Prozent vorzuhalten. Eine ähnliche Entscheidung hatte vor Kurzem auch die US-Aufsichtsbehörde SEC getroffen

Neue Anlagevorschriften für Geldmarktfonds

Zudem müssen Geldmarktfonds nun mindestens 10  Prozent ihres Portfolios in täglich fällig werdende und 20 Prozent  in wöchentlich fällig werdende Vermögenswerte investieren. Dadurch soll ihre Liquidität auch in Krisenzeiten gesichert werden.

Laut EU hat der Rat für Finanzstabilität das Volumen des globalen Schattenbanksystems im Jahr 2011 auf rund 51 Milliarden Euro geschätzt. Dies entspreche 25 bis 30 Prozent des gesamten Finanzsystems und der Hälfte aller Bankaktiva. In Europa halten „Geldmarktfonds rund 22 Prozent  aller kurzfristigen Schuldtitel, die von Staaten oder Unternehmen aufgelegt werden, sowie 38 Prozent  der kurzfristigen Schuldtitel des Banksektors“, hieß es in der Presseerklärung.

Auch die britische Lobbyorganisation Institutional Money Market Funds Association begrüßte die Ergebnisse teilweise. Einige der neuen Vorschriften würden „einen positiven Beitrag“ zur Stabilität von Geldmarktfonds leisten. Allerdings würden die neuen Kapitalvorschriften Fonds mit stabilem Nettoinventarwert ungerechtfertigt benachteiligen und „de facto“ abschaffen.

steven.arons[at]finance-magazin.de

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