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Italien-Wahl: Was der Polit-Patt für Treasurer bedeutet

Investoren und Asset Manager sind relativ entspannt, doch CFOs sollten bei der Anlage dennoch abwarten.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Angesichts des Wahlergebnisses in Italien ist aus dem Fussballschlachtruf „Forza Italia“ eher Stillstand geworden und dies im doppeldeutigen Sinne. Schließlich war das unter gleichem Namen laufende italienische Parteienbündnis mit Regierungschef Silvio Berlusconi in den vergangenen 20 Jahren durch verschiedene Regierungsetappen nicht ganz unbeteiligt an der wirtschaftlich misslichen Lage des Landes.

Während in Rom um eine mögliche Koalition gerungen wird, sehen sich institutionelle Anleger mit den möglichen Folgen konfrontiert. Auf der größten Veranstaltung der Branche, dem Institutional Money-Kongress in Frankfurt wurde in den Diskussionen schmerzlich klar, dass die Euro-Krise beileibe noch nicht überwunden ist. So sprach sich auch der Würzburger Professor und Wirtschaftsweise Peter Bofinger einmal mehr gegen eine zu straffe Sparpolitik aus, weil diese das dringend benötigte Wachstum abwürge. Eine sinnvolle Balance aus Wachstum und „Austerität“ bei den Staatsausgaben zu finden, sei hier das Gebot der Stunde, sagte ein Investment Consultant. Den Wählern sei ein reines Spardiktat nicht mehr zu vermitteln.

Investoren und Asset Manager sind relativ entspannt

Trotzdem herrscht bei Investoren und Asset Manager noch relative Entspannung. Zwar könne es durch die Unsicherheit aus der italienischen Politik und Regierungsgestaltung heraus jederzeit wieder zu einer stärkeren Volatilität an den Märkten kommen, allerdings seien die Spielräume der Politiker bei Ausgaben klar begrenzt, so aktuelle Stimmen zur Lage. So erhält Italien gemäß der Outright Monetary Transactions vom Sommer 2012 nur dann Unterstützung von der EZB, wenn es bestimmte Bedingungen erfüllt, sich beispielweise zu Haushaltsdisziplin und Strukturreformen verpflichtet. Dies dürfte abseits aller populistischen kurzfristigen Diskussionen den langfristigen politischen Kurs beeinflussen, so beispielsweise die Aussage von Axa Investment Managers in einem Marktkommentar.

Für Anleger bedeutet dies in erster Linie, dass höher rentierliche Anlagen wie beispielsweise Aktien mit noch mehr Volatilität im Portfolio erkauft werden müssen. Die Ausschläge an den Börsen direkt nach der Italienwahl waren hier ein guter Indikator. Auf der anderen Seite bleiben sichere Häfen wie deutsche Staatsanleihen mehr denn je gefragt. Allerdings trotz des leichten Zinsanstiegs im Februar mit Magerkost auf der Renditeseite. Folgt man dem Beispiel großer Versicherungen wie der Allianz, so sollte man mit Beimischungen besser verzinster Eurobonds aus Spanien und insbesondere Italien weiter abgewartet werden, bis es wieder – ohne Berlusconi – „Forza Italia“ an den Märkten heißt.

redaktion[at]finance-magazin.de

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