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Nasdaq macht Eurex und Liffe Konkurrenz

Nasdaq OMX NLX, die neue Handelsplattform für Zinsderivate, will mit günstigeren Preisen und reduzierten Einschusspflichten punkten.
Nasdaq OMX

Der transatlantische Börsenbetreiber Nasdaq OMX will in das Geschäft mit Zinsderivaten in Europa einsteigen. Auf der neuen Plattform Nasdaq OMX NLX mit Sitz in London sollen ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres sowohl kurz- als auch langfristige auf Euro und Pfund Sterling denominierte Zinsderivate gehandelt werden. Bislang ist der Markt für börslich gehandelte Zinsderivate in Europa de facto ein Duopol: Während das Geschäft mit kurzlaufenden Zinsderivaten von der NYSE-Euronext-Tochter Liffe dominiert wird hat bei langlaufenden Zinsderivaten die Deutsche-Börse-Tochter Eurex die Nase vorn. Bislang sind Versuche gescheitert dieses Duopol aufzubrechen. Zuletzt hatte das die London-Stock-Exchange-Tochter Turquoise erfahren müssen.

Nasdaq OMX begründet seine Zuversicht mit einem etwas anderen Marktmodell, das „sehr wettbewerbsfähige Preise“ ermögliche. So soll der Derivatehandel mit dem Clearing über LCH.Clearnet kombiniert und ein Cross-Margining über verschiedene Handelsplattformen ermöglicht werden. Für Nutzer könnten sich dadurch die Einschußpflichten reduzieren – ein Punkt, der vor allem für Banken wegen der strengeren Regulierung und höherer Eigenkapitalanforderungen immer wichtiger wird. Auch mit dem gemeinsamen Angebot von kurz- und langlaufenden Zinsderivaten erhofft sich die Nasdaq Vorteile gegenüber den Wettbewerbern Liffe und Eurex. Informierten Kreisen zufolge schlug das Vorhaben, große Derivatedealer am Aufbau der Plattform zu beteiligen, allerdings fehl.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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